Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 11
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 435 (sequence 7)
- Language
- German
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Recensionen und Anzeigen. 435 merksam machen, welche uns von besonderer Bedeutung für die Erkenntniss der Mendelssohn’schen Leistungen auf aesthetischem Gebiete zu sein scheinen. Wir haben schon oben darauf hingewiesen, wie die Leibnitzische Lehre durch ihre. Auffassung der Sinnlichkeit als verworrener Vorstellung hemmend und schädigend auf den Fortgang der aesthetischen Wissenschaft gewirkt hat. Obschon nun Mendelssohn in seinen aesthetischen Forschungen, wenn auch mit Berücksichtigung der Engländer, von Baumgarten ausgeht und ein bis in den Tod getreuer Anhänger der Leibnitz- Wolff’sehen Schule ist, so weiss er sich doch in dieser Beziehung von seinen Lehrmeistern zu emancipiren und bekämpft z. B., wie unser Verfasser gegen Zimmermann nachweist, die Ansicht, dass Schönheit in der undeutlichen Vorstellung einer Vollkommenheit beruhe. Mendelssohn bemüht sich in den Briefen über die Empfindung den Nachweis zu führen, dass Klarheit der Vor- Stellung das Vergnügen nur befördere. Es ist überhaupt das grosse Verdienst Mendelssohn’s, dass er die von Baumgarten nicht• geschiedenen Begriffe der Schönheit und Vollkommenheit von einander sondert und die Schönheit als die gefällige äussere Verknüpfung in der Form erklärt, während die Vollkommenheit in dem vernünftigen inneren Zusammenhänge und der Zweckmässigkeit bestehe. Mit Recht macht zwar der Verfasser unserer Schrift darauf aufmerksam, dass Mendelssohn in den Vorurtheilen seiner Schule befangen es nicht wagt, die Consequenzen, welche sich aus dieser Definition der Schönheit ergeben, selbst zu ziehen. Weit entfernt, die Schönheit der Form der inneren Gesetzmässigkeit und Vollkommenheit gleichzustellen, scheut sich vielmehr auch Mendelssohn nicht den Satz auszusprechen, dass das Vergnügen an der sinnlichen Schönheit oder der Einheit im Mannigfaltigen blos unserem Unvermögen zuzuschreiben sei (S 3-">). Gehen wir nun zu einem anderen Punkte über und sehen wir, wie Mendelssohn es verstanden hat., die Grenzen der Aesthetik, welche Baumgarten so eng gezogen hatte, dass eigentlieh nur die Poesie und Beredtsamkeit dabei berücksichtigt worden waren, zu erweitern und auch die anderen Künste in ihr Bereich zu ziehen. Es geschieht dies zuerst hei Gelegenheit einer Recension, welche Mendelssohn über den von Meier ver-