Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 11
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 432 (sequence 4)
- Language
- German
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432 Recensionen und Anzeigen. bungen, deren sich übrigens jede Zeit ihren hervorragenden Männern gegenüber schuldig macht, mit einer kühleren und 11nbefangeneren Beurtheilung entgegentreten, ohne für die wirklich bedeutenden Vorzüge des Mannes blind zu sein, wie es eine Zeit lang in der Kritik Mendelssohn’s der Fall war. Wir müssen es daher als einen Fortschritt anerkennen, wenn in neuester Zeit Danzel und Hettner dieser zu weit getriebenen Reaction ein objectiveres und daher milderes Urtheil entgegensetzten und 8 0 einer gerechteren Würdigung der Mendelssohn’sehen Verdienste um die deutsche Literatur Eingang zu verschaffen wussten. Auf Grund dieser Vorarbeiten nun, welche den Verfasser der von uns zu besprechenden Schrift in seinen Studien über Mendelssohn nicht wenig förderten, von welchen er jedoch die Hettner’sche, unserer Ansicht nach, zu sehr unterschätzt, unternimmt es derselbe, Moses Mendelssohn die Stellung anzuweisen, welche ihm in der Geschichte der Aesthetik gebührt. Im ersten allgemeinen Theile seiner Arbeit versucht es der Verf., auch seinerseits die Vorurtheile zu widerlegen, welche so lange auf der Zeit der Aufklärung und der Popularphilosophie lasteten, und die Bedeutsamkeit dieser Periode für die Entwickelungsgeschickte der deutschen Philosophie in das rechte Licht zu stellen. Der Verfasser schliesst sich der Auffassung Kuno Fischer* s an, nach welcher die Aufklärungsperiode von Leibnitz erzeugt in Lessing ihren grössten Vertreter findet und auf einen Kant ausgeht. Fs lässt sich nun darüber streiten, ob eine derartige Auffassung, welche freilich für denjenigen, der wie Kuno Fischer bemüht ist, überall eine geradlinige Entwickelung der philosophiseben Systeme und Standpunkte nachzuweisen, ausserordentlieh viel Bestechendes hat, in Wahrheit begründet und berechtigt ist; das jedoch muss man derselben einräumen, dass sie ausserordentlich geeignet ist, die historische Forschung anzuregen und in. längst aufgegebene Gebiete zurückzulenken. Wir sind zwar nicht der Ansicht, dass es, um der Zeit der Aufklärung gerecht zu werden, nothwendig sei, sie so weit nach rückwärts auszudehnen, wir können uns auch dazu nicht bei6׳- den lassen, dass es gerade die Aufklärung gewesen sei, welche einen Lessing gezeitigt, und müssen es endlich auch in Ahrode stellen, dass Kant in seinen Leistungen für die kritische Philo-