Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Alliance Israélite Universelle
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 405 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Alliance Israelite Universelle. 405 Weise ausgesprochen , oder auch gelegentlich gebildete Namen nach Art der alten Hebräer und Aethiopier. Die Namen letzterer Gattung gehören bald der aethiopischen bald der amharischen Sprache an. Man trifft auch sehr oft auf Namen, die dem Agaou entnommen sind. Einen chaldäischen, arabischen oder griechischen Namen habe ich nicht gehört. — Ihre Kleidung unterscheidet sich nicht von der üblichen Landestracht. Die Wohlhabenden tragen kurze Beinkleider, eine Art Kamisol und eine römische Toga mit rothem Saume (Chamma), ausserdem Pantoffeln aus Sudan. Die Armen begnügen sich mit zwei Stücken Tuch, von denen eines um die Lenden befestigt, das andere um die Schultern geworfen wird. Knaben bis zu 10 Jahren empfinden nicht immer das Bedürfniss, in Kleidem zu gehen. Die jungen Mädchen werden besser mit Gewändern versehen. Die Frauen tragen ein langes Hemd, Armbänder, Ohrringe u. 8. w., doch kennen sie nicht die arabische Mode, die junge Mädchen dazu verurtheilt, sich die Nase zu durchbohren. Gewöhnlich bleibt man unbedeckten Hauptes, selbst während des Gebetes. Die Priester und die Naziräer allein tragen Turbane. Männer und Weiber rasiren gewöhnlich das Haupt. Ausnahmsweise habe ich einige Personen bemerkt, welche das Haar nach Art der Amharas gebunden trugen. Ihre Nahrung besteht zum grössten Theile aus Kuchen von Thief, einer feinkörnigen Getreideart, ähnlich dem Mohn. Der Teig wird bald gesäuert (Endjera) bald ungesäuert (Qitha) zubereitet; ausserdem kennt man auch das Dourra (Machilla). Das Getreide, welches einige Provinzen produciren, ist für die ärmere Klasse der Bevölkerung zu theuer. Das Dagoussa ־ Brot ist das am wenigsten dem Gaumen angenehm. Fleisch wird nur sehr selten gegessen. Der widerwärtige Gebrauch, rohes Fleisch (Be• send8) zu gemessen, stark verbreitet bei den Amharen, konnte bei den Falachas keine Wurzel fassen, da sie das Blut verabscheuen. Eine gepfefferte Sauce ist sehr in der Mode. Ausser dem Wasser trinkt man oft, besonders aber an Festtagen Meth (Thedy) und eine Art berauschenden Bieres (Thella). Da Bürgerkriege das Land ver-