Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Alliance Israélite Universelle
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 404 (sequence 4)
- Language
- German
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404 Die Alliance Israelite Universelle. sie sich'selbst beigelegt, zeigt zur Genüge, dass sie sich selbst nur für Fremdlinge auf aethiopischem Boden halten. Sie bewohnen die Provinzen Chird Adiabo, Asquedid Walquait im Norden. Wenig zahlreich in Armathyoho und Gala-Agara, sind sie weniger zerstreut in den Provinzen Teinbien Enderta Semen, Djanfankara, Waggara Belessa und Basta. Sie bilden zum grossen Theile die Bevölkerung von Thyelga Dernbea und Begemedir. Vornehmlich zahlreich haben sie sich in den Provinzen Cuara Atyefer, Gadygd Tacossa und Alaffa angesiedelt. Ihre Colonien reichen bis Agaoumeder ins Land der Azabo-Gallas und bis nach Choa Mietya* GodjamundTigrd enthalten keine falaschischen Einwohner. — Sie sprechen zwei Sprachen zugleich, die aber nicht einem und demselben Sprach stamme angeboren; zunächst die herrschende Landessprache, das Amharische, dessen sie sich im Verkehre mit ihren Nachbaren bedienen Es ist dies eine entartete Tochtersprache des alten Geez, eine semitische also, mit dem Hebräischen ,Arabischen und den aramäischen Dialecten in gleichem Grade verwandt. Sie sprechen ferner eine Mundart der Agaou Sprache, deren Einreihung noch zu erwarten steht. Sie bedienen sich ihrer gewöhnlieh im trauten Familienkreise und tragen in ihr die Bibel ihren Kindern vor. Ein Th eil der Gebete, die man sonst im Tempel aethiopisch zu recitiren pflegt, wird immer von der Versammlung in diesen Dialect übersetzt und so abgesungen. Das Agaou, wie es bei den Falaschas gesprochen wird, theilt sich in drei untergeordnete (Neben־) Dialekte, den von Dernbea, den von Kuara und den eigentlich falachischen (Falachina). Diese letztere Sprache haben die Falaschas mit einer ganz räthselhaften Bevölkerung gemeinsam, welche die Gegend von Wahin bis Djanfankara bewohnt, eine besondere Religion hat und unter dem Namen der Kemmantes (Kamante) bekannt ist. Die Falaschas von Gabtha, Walquait und Chire sprechen gewöhnlich den daselbst herrschenden Dialekt, das Tigrische, und kennen das Agaou nur unvollkommen. — Sie führen entweder biblische Namen, hebräische Worte nach abessinischer