Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Alliance Israélite Universelle
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 3)
- Language
- German
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Die Alliance Israelite Universelle. 403 Von Cufit mussten wir uns nordöstlich wenden, doch stets Barka entlang und so erreichten wir Kdren, nachdem wir Cheytel und das Thal Begu passirt hatten. Hierauf gingen wir längs der Flussbette Daro, Auseba und Lebka und kamen, nachdem wir uns zuvor noch einige Tage in Emkullou aufgehalten hatten, nachMassouah. Der egyptische Dampfer Harte um brachte mich nach Suez, doch musste er zuvor noch acht Tage in Tar auf der sinaitischen Halbinsel vor Anker liegen. Ich will nun in gedrängter Kürze einige vorläufige Notizen über die Falaschas geben. Es ist dies eine Völker-- schaft, interessant in mehr als einer Hinsicht. Die wissenschaftliche Seite der Frage soll anderwärts erörtert werden. Ich will hier nur die Grundzüge des Gemäldes zeichnen, welches dieser so merkwürdige Th eil der jüdisehen Nation unserem Blicke darbietet. — Eine betrachtliehe Völkerschaft von mehr oder weniger schwarzer Hautfarbe, ohne darum den Typus der Negerrace zu haben, zerstreut auf der weiten Ebene hin, welche sich von dem südlichen Ufer des Tacazze bis zu den Ufern des blauen Nils erstreckt, — diese ist es, welche sich derselben Abstammung rühmt mit unseren Patriarchen und Propheten. Ihre ganz afrikanische Hautfarbe scheint einer solchen Behauptung zu widersprechen; aber die ausserordentliche Feinheit ihrer Züge und die rege Intelligenz, die aus ihren schwarzen Physiognomien hervorleuchtet, schlägt alle Zweifel und Ein würfe nieder. Ihre hohe Abstammung wird ausserdem durch das ausdrückliche Zeugniss ihrer christlichen Mitbürger verbürgt. Die Falaschas beten den einig-einzigen Gott an und betrachten ihn als den Gott ihrer Vorfahren, den Gott Abrahams, Isaacs und Jacobs. Sie sind stolz darauf, dieser alten und doch ewig jungen Nation anzugehören, die nie aufhören wird, den ihr gebührenden Einfluss auf die Geschicke der Menschheit auszuüben. Die Liebe zum heiligen Lande erfüllt ihr warmes, für die Eindrücke zarter melancholischer Empfindungen höchst empfängliches Herz. Die erhabenen Erinnerungen an das ״Volk Gottes" sind vorwiegend ihre geistige Nahrung. Der Name ״Falascha" (Verbannten), den 31*