Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 9)
- Language
- German
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393 Recensionen und Anzeigen. welche Kirchheim bei Jar. 8. 65 sicher zu früh ansetzt, haben bereits Frankel im Literaturblatt des Orient 1847, 677 und Grätz VIII, 434 aufmerksam gemacht und scheint mir, dass dieselbe zwischen 1420 und 1430 stattgefunden haben wird. Auf dieselbe weist nach meinem Dafürhalten auch R, Israel Brünn in seinem GA. Nr. 162 p. 60b hin, wo er berichtet, dass, als ein gewisser Liwa Brom her einem בכוך in Erfurt ein Ohr abgeschnitten hatte, R. Liepmann, R. Abraham Cohen, R. Michel und R. Chiskija (die beiden ersten Namen sind daselbst corrumpirt) von dem Ochsen zu essen erlaubt haben, was auch in Erfurt geschehen sei, Hier werden nur vier Gelehrte genannt, während Isserlein GA. Nr. 24 deren fünf anführt. Wenn Gr ätz aber glaubt, dass von den dabei genannten Rabbinern keiner bekannt sei, so irrt er und will ich hier nur in aller Kürze bemerken, dass R. Ichel oder auch R. Michel wahrscheinlich in Breslau lebte und wohl derselbe ist, welcher, wie Stobbe in der Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Alterthumskunde Schlesiens aus Breslauer Signaturbüchern mittheilt, um .1418 in Breslau eine grosse-Rolle spielte und, ebenfalls bald Ichel bald Michel aus Reichenbacli genannt, der Stadt Breslau grosse Summen vorstreckte, später aber in5s Gefängniss kam. R. Liepinann ist sicher R. Liepinann in Mühlhausen; R. Natan war der herühmte Gesetzeslehrer in Eg er, dessen ich schon in meinem Emek habacha Note 218 gedacht habe und der später nach Palästina ging, wo er starb. R. Chiskija ist ohne Zweifel der von Jacob Weil (50 § דינים und im הגה״ה zu Maharil ל״ג בעומר und hieraus in den Erläuterungen zu Tyrnau’s Minhagim) genannte R. Chiskija Weissenfels, der auch wohl unter dem!מדד״ד יהזקיר zu verstehen ist, welcher in dem GA. des R. Jacob Levi Ivv;. 79 verkommt, und R. Abraham Cohen ist der als מהר״א כ׳ץ hl dem Gutachten aus dem Beginne des 15. Jahrhunderts oft gedachte Rabbiner in Halle, der unter Anderem auch mit Maharil in Correspondenz stand. Aus Jacob Weils GA. Nr. 126 und 190 erfahren wir, dass einst ein getaufter Jude seiner Frau einen Scheidebrief nach Erfurt schicken wollte und dass gegen Ende des Jahres 1443 ein gewisser Natan ben Mesehullam Cohen, genannt Sussmann, in Erfurt seiner Frau Hendl in bath Nachm an durch Simon ben Joseph, einen Scheidebrief übersandte, bei welchem Akte Juda Frankel, Monatsschrift. XVII. 10. 30