Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 394 (sequence 10)
- Language
- German
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394 Recensionen und Anzeigen. ben Baruch halevi und Menachem ben Isaac als Zeugen fungirten; ebenso hören wir aus dem GA. des R. Möses Minz Nr. 109, dass dieser in Erfurt als Zeuge bei einer כתובה ראלכסא anwesend war, die ein gewisser Abraham Lucker unter der Leitung des R. Jacob Weil ausstellen liess. Leber den Handel, welcher nach Beendigung der Hussitenkriege von Seiten jüdischer Kaufleute von Erfurt aus nach Eger und von da wiederum nach Prag in einer Entfernung von je 18 Meilen getrieben wurde, gibt das GAr des R. Israel Brünn Nr. 278 einige Andeutung; und über einzelne Persönlichkeiten aus der Erfurter Gemeinde erhalten wir noch hier und da Nachricht. So kommt in einer im Besitze des germanischen Museums zu Nürnberg befindlichen Urkunde vom Jahre 1314 unter den vier Meistern der damaligen Nürnberger Judenschaft, denen von Amtswegen der Titel Herr beigelegt wurde, einer vor, welcher als Ysac, Herrn Bonfan tis Eidam von Erfurt angeführt wird (siehe Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 1859, 445 und 1865, 423). Ob dies wohl derselbe ist, auf den sich die Worte תשובת מהר״ר בונפנט ץ״ל dem GA. des R. Jacob Levi Nr. 73 beziehen: In Frankfurt a. M. wohnte 1346 ein gewisser Fiselin oder Fischlin von Erfurt, weleher 1348 als Fischs oder Fyschs von Erfurt, genannt zum Stock, angeführt wird, so wie auch dessen Sohn Meyer oder Meyher (cf. Kriegk Frankfurter Bürgerzwiste S. 549 und 551). Im Jahre 1377 kommt ein Jude Möller von Erfurt, in Wurz bürg wohnhaft, vor, der sehr vermögend gewesen zu sein scheint und mit hohen Herren in Geldgeschäften stand (ef. Regesten S. 213 Nr. 292 a), und im Jahre 1385 wird in einer Urkunde von dem Juden Meyr von Erfurt gesprochen, der in Nürnberg wohnte und der Glaubiger des Bischofs Gerhard von Würzburg war (daselbst 8. 150 N1*. 330). Vielleicht war dieser Meyr derselbe, der ' ״nderwärts Meirlein von Erfurt genannt wird, 1382 in Nürnberg aufgenommen wurde und keinen jährlichen Zins zu zahlen brauchte, weil er dem Rath6 Geld geliehen hatte (cf. Baader im Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 1867, 136). Unerwähnt will ich auch nachträglich nicht lassen, was Luzzatto im Kerem Cheined VII, 56 aus einem handschriftlichen Maharil mittheilt, dass nämlich R. Jacob Levi einst die Mainzer Gemeinde veranlasste, einen שופר של איל nach Erfurt zu senden.