Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 390 (sequence 6)
- Language
- German
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390 Recensionen und Anzeigen. Juden in seinem Lande unter Meister Ilellerii, Juden zu Erfurt, stehen und ihm, soviel die jüdischen Rechte betrifft, gehorsam sein sollen. Herr Jar. spricht dann von einem Fidel aus Erfurt, der einem Selichah-Erldäier Mittheilungen gemacht hat. Allein der Mann liiess nicht Fidel, sondern Friedei, wie Zunz Ritus 6. 196 (nicht 201) richtig angibt und ist wohl derselbe, den König Siegmund, ־wie ich bereits oben erwähnt habe, 1420 in die Acht erklärt hat. Ausserdem führt Herr Jar. von Erfurter jüdischen Gelehrten noch zwei an, nämlich R. Jacob Weil und R. Sehnelin. Was nun jenen betrifft, so behalte ich mir vor, denselben an einem anderen Orte ausführlich zu besprechen und werde mich daher hier damit begnügen, die über ihn von Herrn Jar. gemachten unrichtigen Angaben zu berichtigen. Israel Isserlein war־ nicht Weihs Schüler, sondern sein jüngerer Freund, mit dem er in brieflichem Yerkehre stand, und aus seinem GA. Nr. 24 ist gar nichts über Weil zu entnehmen, da dessen daselbst nicht Erwähnung geschiebt, wohl aber folgt aus seinem GA. Nr. 269, dass Weil in der Rheingegend geboren und auferzogen worden ist. Weihs Sohn Jausel war nicht mit dem ged ach ten Israel, sondern mit Israel aus Brünn verschwägert-, auch hatte er noch einen anderen Sohn der Rabbiner in Ulm war. Dass auch die Gemeinden von Wien und Prag Weihs Entscheidung nachgesuclit liaben sollten, ist aus seinen Gutachten nicht ersichtlich und die angezogene Stelle aus dem GA. Nr. 163 hat Herr Jar. nicht richtig aufgefasst und daher auch nicht sinnentsprechend wiedergegeben. Zu der Streitsache, welche zwischen Abrain Esra und David Zehner stattfand, weil jener diesem die für seine Frau und Enkeltochter auf deren Befreiung verwendete Summe von 11Ö0 Gulden nicht wieder erstatten wollte, habe ich* Folgendes ergänzend zu bemerken. David Zehner war Hausbesitzer in Erfurt (cf. Jacob Weil 70 § דינים), während Abram Esra wahrscheinlich in Merseburg wohnte, bei dessen Bischof er in Folge seines Reichthum es viel galt. Die Gemeinde zu Merseburg stand aber unter dem Rabbinate von Halle, woselbst damals R. Schalom, als כלהר״ש כלך!אל häufig angeführt, Rabbiner war, vor welchem Abram Esra gern Recht nehmen, wollte. Derselbe mochte sich indessen in diese Angelegenheit nicht mischen, weil er, da die Juden in Halle unter der Herrschaft des Erz-