Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Zur talmudischen Geographie
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 382 (sequence 4)
- Language
- German
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382 Zur talmudischen Geographie. die nahegelegenen Grenzländer. Es sollte dies das Grossartige des Reiches und seiner Regierung noch sprechender illustriren. — Wenn man nun auch zugeben muss, dass Schemiiel’s Erklärung keineswegs dem reinen Wortsinne entspreche, so muss inan sich doch andererseits Mühe geben, das scheinbar so grelle geographische Paradoxon zu erklären. Und in der That kennt die alte Geographie ein Khüsch im Innern Asiens. — Wollten wir uns an jene Exegeten und Geographen halten, die das Land und das Volk ״Khuscli“ mit Rücksicht auf Genes. 2, 13 in Asien suchen, wie z. B. Reland, der darunter den Stamm der Cossaci begreifen will, oder Michaelis, der es nach Khat (Chorawesne) verlegt (s. Rosenmüller, Win er, Reallexicon), so hätte die Ansicht Schemuel’s damit allerdings ihre Rechtfertigung gefunden. Allein wir können bei der vulgären Erklärung mit ״Aethiopien“, wie sie aus der Völkertafel (Genes. 10, 6) und aus Jerein. 13, 23 so klar sich ergibt, immerhin verbleiben, und müssen dennoch unserem Schemuel Recht geben. Khüsch bedeute immerhin die Stämme der Chamiten und umfasse die damals bekannten Ländermassen von Afriea: trotz alledem konnte man von einem Khüsch bei Indien sprechen, Herodot, der alte .,Vater der Geschichte“ gibt uns hier über den Talmudisten von Nehardea den besten Aufschluss, er kennt Aethiopien in Asien, Nachbarn der Inder, die er unter den Völkern im Heereszuge des Xerxes mit aufzählt. Daselbst (VII, 70) heisst es von ihnen: . . . 01 88 alt r\XLov ttvccTCOÄeoov Afötonsg (81^01 87} sGZQazsvovzo) 7tQ0Gezszd%az0 zolg 9IvSotGi• . ... 01 yisv yocQ u7to 7\liov Atfrionsg l&vzQiisg stoi, 01 8s etc zrjg Aißvr!g ccvlozazov zQl%(0pci 8%qvgi .... ovzot, 8s 01 in zrjg 9Aoirig Al&Loiteg zd {isv 7clsco nazd. 7tEQ ’Ivdoi EGEGa%azo -r. z. 1. Die Aföionsg 01 in zrjg Aoirig werden auch noch B. III, 94 erwähnt, und von den Erklärern in die Gegend des alten G'edrosien, des heutigen Balutschistan versetzt (siehe d. Note cd. Stein). Der Talmud und Herodot verbürgen also einander gegenseitig die Richtigkeit ihrer Mittheilungen, und Schemuel konnte mit allein Recht sagen: הורו וכוש גבי חדרי הוי קייכלי. — Wie leicht fühlt Unwissenheit sich nicht versucht, über derartige Auslassungen unserer Talmudisten mitleidig zu lächeln! IV. Das Mondgebirge. Seit Ptolemäus, der im IV. Buche seiner Geographie (c. 9) unter dem Namen Gslrjvrjg 0Q0g einen ungeheuren Gebirgszug an-