Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 358 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2829132-2829360-2829370-2863847--11547-2863901- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
358 Recensionen und Anzeigen. halten wurden, weshalb es auch wie z. B. in den RGA. des R. Meir aus Rothenburg ed. Prag Nr. 118 בית חתמת של הקהל genannt wurde, auch andere Gemeinden besassen, wie z. B. Augsburg, Cöln (wo es Spielhaus hiess), Frankfurt a.M., Speyer, Worms u. a. Vergl. meine Bemerkung in dieser Monatsschrift 1863, 428 Anm. 110. Das Brauthaus in Erfurt wird auch in den GA. des R. Israel aus Brunn Nr. 162 erwähnt und wurde, wie aus jener Stelle zu ersehen ist, auch noch zu anderen Gemeindezwecken benutzt. Einen argen Vers tos 8 begeht aber Herr dar. 8. 43, indem er sagt, dass ״der dritte 1heil des Vermögens der Juden von vorn herein dem Kaiser gehörte, den dieser den goldenen Opferpfennig zu nennen beliebte" und somit die wahrscheinlich erst von Ludwig dem Baiern eingeführte Abgabe eines Guldens, den jeder Jude und jede Jüdin über 12 Jahre jährlich zu erlegen hatte mit der den dritten Theil ihres Vermögens betragenden Abgabe, welche die Juden bei der jedesmaligen Krönung eines Kaisers zu entrichten hatten und die bereits unter Friedrich I. im Jahre 1155 vorkam (cf. Regesten 8. 3 Nr. 13), verwechselt. Heber die Schicksale der Erfurter Juden unter König Siegmund erfahren wir weiter nichts, als dass ihnen derselbe, nachdem er sie, wie aus der Zeitschrift des Vereins für thüringische Geschichte IV, 328 Anm. zu ersehen (wo jedoch nicht Alles mit den Angaben des Herrn Jar. 8. 47 übereinstimmt), im Jahre 1416 um 6000 Gulden gebrandschatzt hatte, in dem darauffolgenden Jahre einen Schutzbrief auf zehn und im Jahre 1427 einen 801chen wiederum auf sechs Jahre ertheilte und endlich zwei Jahre darauf zwei Mandate za ihren Gunsten erlies8. Den letzten Schutzbrief erwähnt schon Asch hach in seiner Geschichte Siegmunds III, 463, der auch daselbst S. 462 mittheilt, dass König Siegmund bereits vorher, nämlich am 10. September 1427 dem Erhard Venk über den Empfang des goldenen Opferpfennigs von Seiten der Erfurter Juden quittirt hatte. Dagegen gedenkt Herr Jar. mit keinem Worte der Acht, die der genannte König über den Juden Friedei in Erfurt verhängte, noch der Leiden, welche die dortigen Juden während der Hussitenkriege zu ertragen hatten. Gegen Friedei, der sich wahrscheinlich geweigert hatte, die ihm auferlegten Abgaben zu entrichten, hatte nämlich König Siegmund am 9. August 1420 ein von Spi.ess in seinen