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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 9 · p. Seite 355

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 9
Article
[Rezension]
Date
1868-01-01
Page
Seite 355 (sequence 4)
Language
German
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Recensionen und Anzeigen. 355 Meir von Rothenburg 1286 gefangen genommen wurde (cf. Vorwort zu meinen Regesten 8. XIII) hervorgeht, der jüdische Begräbnissplatz wie die Synagogen entweihet worden waren, muss wenigstens ein Jahr früher stattgefunden haben, da die Urkunde, nach welcher Erzbischof Werner den Erfurtern den ihnen wegen der Misshandlung der Juden entzogenen Gottesdienst wiederum gestattete, vom XIII. Kalend. Januarii 1266 datirt ist, was dem. 20. Dezember 1265 entspricht. Auch ist der Inhalt jener Urkünde ziemlich ungenau wiedergegeben, da die Worte des Erzbischofs: ,volumus etiain 608dem judeos eo jure, libertate pariter et honore perfrui et gaudere ad illum terminum, quo nostris ac praedecessorum nostrorum literis sunt muniti‘ keineswegs besagen, dass er verordnete, die Stadt bei ihren Rechten über die Juden zu belassen, sondern vielmehr, wie schon Galletti in seiner Geschichte von Thüringen III, 172 richtig angibt, dass die Erfurter sich bequemen mussten, den Juden den Genuss der Gerechtsame und Freiheiten zu verstatten, die ihnen die Erzbischöfe verliehen hatten. Ueber die bedeutenden Geldgeschäfte der Erfurter Juden besitzen wir schon aus dem 13. Jahrhundert eine Nachricht, in welcher berichtet wird, dass im Jahre 1294 bei ihnen dem Landgrafen Alhrecht von Thüringen Pfänder in Gold und Silber standen, für welche ihm Landgraf Dietrich 1008 Mark Freiberger Silbers zu geben versprach (cf. Kopp: König Adolph S. 82), und waren schon früh die Gerichtsgebühren an sie verpfändet (siehe Guden hist. Erfurt, p. 70f.). In dem fünften Kapitel wird zwar mancherlei über den Kampf der Erfurter mit dem Landgrafen. Friedrich erzählt, in Betreff der dortigen Juden dagegen hören wir nur, dass sie bei der Belagerung der Stadt im Jahre 1309 die Mauern derselben m Gemeinschaft mit den Christen besetzt hielten. Was dann noch über die Judenverfolgung in Weissensee, über welche auch Sidori: Geschichte der Juden in Sachsen S. 19f. handelt, berichtet wird, findet sich bis auf den Druckfehler, nach welchem der ermordete Knabe zum Sohne eines Bergmannes gemacht wird, während sein Vater ein Burgmann, castrensis, war, nebst den angegebenen Quellen wörtlich bei Galletti a. a. O. III, 91 f. und wir erfahren von Herrn Dr. Jar. nicht, dass auch damals die Juden Erfurts in grösster Gefahr schwebten, die sie nur durch

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