Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 315 (sequence 3)
- Language
- German
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Recensionen und Anzeigen. 315 derts scliliesst, so ist dies eben nur eine Vermuthung und noch kein Beweis. Vollends aber beweist das Vorhandensein jenes Codex durchaus nicht, dass in der ersten Hälfte des 12. Jalu־־ hunderts (bei Jar. 8. 2 unrichtig: in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts) in Erfurt Juden gewesen sind, denn wenn auch aus dem Codex, — von dem es übrigens noch dahin steht, ob er 1349 im Judensturme geraubt worden ist, da er möglicher Weise, zumal wenn man an die Minhagim und Randbemerkungen denkt, zu den Büchern gehört haben könnte, welche der Rath von den Juden bei ihrer Vertreibung im Jahre 1458 zurfickbehalten hatte (vergl. Regesten 8. 251 Nr. 244) und von dem der Verfasser nicht erst anzugeben brauchte, dass er in Erfurt oder ausserhalb Erfurts geschrieben sei, was sich ja von selbst versteht —, wie hier angenommen wird, in der Synagoge vorgebetet worden sein sollte, so bleibt es ja immer noch zweifelhaft, ob das Machsor gleich nachdem es geschrieben war, zu diesem Zwecke in Erfurt verwendet wurde oder erst später dorthin kam. Ueber diesen Codex gibt der Verfasser in Note 1 näheren Aufschluss, doch so, dass die dort aufgestellten Vermuthungen kaum auf Zustimmung rechnen können. Der Schreiber Abraham ben lsaac soll mit dem gleichnamigen Schüler des Meschullam ben Jacob identisch sein und jener gewisse (sic) in Narbonne lebende Abraham ben lsaac, der Verfasser des ספר האשכול soll für die Erfurter Gemeinde ein Machsor geschrieben haben, welche Combination! Zudem ist es unrichtig, dass R. Abraham ben lsaac Ab-beth־din der Schüler des R. Meschullam war. ln Betreff des R. Jacob ben Nach man und des R. Jizchak bar Schlomoh, die von dem Schreiber der Minhagim genannt werden, war aus Zunz: Zur Geschichte 8. 89 und 208 nähere Auskunft zu erlangen. Auch finden sich, abgesehen von den vielen Druckfehlern, durch welche diese Note entstellt ist, in derselben gar mancherlei unrichtige Angaben. So werden z. B. R. Jizchak ben Jehuda und R. Samuel ben Chofni hacohen um 100 Jahre zu spät, R. Elieser aus Metz dagegen mindestens um ein halbes Jahrhundert zu früh angesetzt und soll ein Salomo, Schüler des R. Jacob, den Rasclii Lehrer der Gemeinde und der h. Schrift nennt, unter Berufung auf Zunz a. a. 0. 8. 124 — wo aber von keinem Salomo die Rede ist — um 1150 geblüht haben 1