Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Wiederherstellung einer seit 800 Jahren im Aruch gefälschten Stelle
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 303 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashi 1× ep/1002670
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im Arueh gefälschten Stelle. 303 neuen quid pro quo, welches sich an die verwirr ungs schwangere Vieldeutigkeit der famosen Abbreviatur תי knüpft. Diese zwei Abkürzungs-Buchstaben haben, wie bekannt, durch falsche Ergänzuag dem Pentateuch ein חרמם יונתן zugezogen, während sie תרגום ירושלמי sagen wollten, und wahrscheinlich haben sie auch umgekehrt aus Targ um J o n ath an im Talmud ein Targum Josef geschaffen0). Dass Rab Josef von Pumbedita nicht der Verfasser der 20 in seinem Namen angeführten Targumstellen im Talmud war, dafür sprechen mehrere indirekte und direkte Beweise, uud wir wollen von jeder Klasse nur Einen anführen: Die citir־cen Stellen sind sämmtiich mit geringen Abweichungen aus Jonathan, was vermochte den Talmud, den Namen des göttlieh inspirirten (Megilla 3) Uebersetzers zu unterdrücken und einen Andern mit dessen Federn zu schmücken? Dass Josef b. Chaja sich mit dein Targum viel beschäftigt (Raschi Kiddusch in 13, b) beweise wer kann, ja das Gegentheil dürfte eher zu beweisen sein; gesetzt aber Josef hätte sich mit Jonathan beschäftigt wie חנניה ב[ חלקיה mit Ezechiel, so durfte man doch sowenig seinen Namen für Jonathan einschieben wie den Namen Chananjas für Ezechiel. Und ist denn grade hier das Sittengesetz לאמור דבר בשם אומרין ausser Kraft gesetzt? Der positive Beweis ist verzeichnet Sota 49, b. Dort strebt derselbe Rab Josef, die chaldäische Sprache aus Babylonien zu verbannen, konnte er also sich vorzugsweise in und mit dieser Sprache beschäftigt haben? Werke in chaldäischer Sprache zu schreiben oder zu redigiren, und daneben die Leute aufzufordern, sie sollten es bleiben lassen, diese Sprache zu pflegen, das wäre eine Reclame, strotzend vom Reize der grössten Neuheit. Der physisch erblindete und kranke Rab Joseph würde durch solchen Widerspruch zwischen Thätigkeit und Ausspruch nur zeigen, dass er auch geistig blind und krank war. Die Gelehrtensprache des Hab Joseph (wie die der Schule von Pumbedita überhaupt) war hebräisch, und für die Umgangs - Sprache empfahl er die Sprache jenes Volkes, das kurz vorher an ge- 6) Sollte hier zum ersten Male die Entstehung des angeblichen Targum des Rab Josef b. Chaja auf diese Weise erklärt sein? Sollte man mit dieser so naheliegenden Erklärung auf mich gewartet haben?