Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Erwiderung nebst Berichtigung einiger Stellen im Sefer hajaschar des R. Tam
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 272 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829360-2829368-2863706--11425-2863754- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
272 Analekten. gen, bei seinen Emendationen mit etwas zu grosser Willkür zu Werke gegangen und hätte, wenn er schon den Mahnruf des R. Tarn im Vorworte zu seinem Sefer hajaschar unbeachtet liess, doch wenigstens die Beweise für die Richtigkeit derselben beibringen sollen. Dass dies nicht geschehen, will ich, um von dem Vorangehenden abzusehen, nur an dem Passus nachweisen, der uns für unsere Untersuchung besonders interessirt. Im רא״בן heisst es nämlich r1־D ותרדנה עינינו דמעה דרבינו איננו, im Sef. haj. dagegen ורבינל• Herr B. zieht diese Leseart vor und sagt: ״im Sef. haj. (soll heissen im Rab’n) fälschlich דרביגו“; woher weiss das Herr B.? Diese Verschiedenheit ist aber für die richtige Auffassung unserer Stelle überaus wichtig, denn wenn דרבינל gelesen wird, gibt R. Tarn damit den Grund für seine Thränen an, die aber nicht wegen der aus einer gleichgültigen Veranlassung stattgehabten Abwesenheit seines Bruders geflossen sein können, während, wenn man לרבינל liest, das Folgende ohne Zusammenhang mit dem Vorangehenden steht und R. Tarn nur erzählt, dass sein Bruder nicht anwesend sei. Ferner heisst es im ראבן am Schlüsse לחיים liTDP וצלר ישראל> was sich auf R. Samuel beziehen und durch das ל vor 318 צלף mit dem Vorhergehenden in Verbindung stehend aufzufassen sein würde, im Sef. haj. dagegen לצור ישראל יוכרנל לחיים ohne allen Zusammen hang mit den vorangehenden Worten, ein Schluss, wie er allenfalls zulässig erschiene, wenn er vor ר״ח geschrieben wäre, wobei immer noch seine Kürze und Abgerissenheit auffallend wäre. Dennoch behauptet Herr Dr. B. ohne Weiteres: ״Im Rab'n fälschlich 'וצור וכל“ und später: ״wie es auch im Rab’n heissen muss11. Dies ist aber wiederum nur eine auf blossem Belieben beruhende und noch keinesweges als richtig erwiesene Ansicht. Herr B. fährt alsdann fort: ״Wir sehen nunmehr, dass der Schlusssatz nicht die leiseste (?) Andeutung auf einen Unfall des Raschbam enthält, (sondern) nichts Anderes als eine Phrase ist, die in ähnlichen Wendungen in den Gutachten des R. Tarn am Schlüsse eines jeden Bescheides häufig wiederkehrt." Wie gewagt diese Behauptung ist, hätte Herr B. schon aus den Worten Steinschneiders in der hehr. Bibliographie a. a. O. ersehen können, welcher bemerkt: ״Wenn Zunz Recht hat (dass nämlich unter קאם Caen zu verstehen sei), so wäre an eine gewöhnliche Calamität, schwere Krankheit oder der-