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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 7 · p. Seite 268

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 7
Article
Zur talmudischen Georaphie
Date
1868-01-01
Page
Seite 268 (sequence 5)
Language
German
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268 Zur talmudischen Geographie. R. Abuhu (ein Babylonier und nicht zu verwechseln mit R. Abuhu aus Cäsarea, vgl. Juchasin cd. London S. 102) schloss sich der letzten Meinung an: ד אבהל אמר שכינה במערב דאמר (1י ר"א מאי אוריא? אדר יה Den Kommentatoren war dieses Wort ein wahres Räthsel, sie suchten daher dasselbe aus dein Zusainmenhange zu erklären, und zwar derart, dass es analog dem Vordersätze den Westen bedeuten soll. Jedenfalls ergibt sich, was bereits Sachs, Beiträge II. 8. 35, richtig bemerkt, dass אוריא in einem bestimmten technischen Sinne angewandt wurde. Denn die Frage nach der Bedeutung eines sonst wenig erwähnten Wortes, das hier wie ein fester wohlbekannter Terminus auftritt — denn Urijah erscheint zwar als Name bibl. Personen, nirgends aber als Appellativuin — ist nur möglich, wenn eben in dem an der Talmudstelle berührten Kreise von Vorstellungen dies Wort als ein vollkommen geläufiges gilt. Ein solcher geläufiger Terminus war auch wirklich, nach unserem Dafürhalten, den Talmudisten in Babylonien und selbst in Palästina zur Zeit der Säsänidenherrschaft, wo die alte Perserreligion wieder zur Ehre und Ansehen gelangte, das Wort Airya und R. Abuhu konnte nun füglich die Frage stellen: כןאי אוריא? Was bedeutet der Name Airya? Darauf wird geantwertet in einer der Aggada geläufigen etymologisirendenWeise: אויר יה d. h. Airya bedeutet: göttliche Atmosphäre, das Land, wo eine reine, himmlische, göttliche Luft herrscht. Der Gottesname יה §vll hier nur, wie in ähnlichen Phrasen: «הררי לשלהבת יה das Erhabene, Göttliche ausdrücken. Rasch! hat hier, wie überall, das Richtige herausgefühlt, obschon dessen Meinung, dass Oria mit Orient sinn- und lautähnlich zusammenhänge, falsch ist: .שכינה במערב ופניו למזרח נמצא מזרח אויח ״Awir-jah“ heisst das Land göttlicher Atmosphäre, als Reflex des im Westen thronenden Gottesglanzes. Gleichwie die Sonne iin Westen untergeht, um sich vor ihrem Schöpfer zu beugen, ebendasselbe thua auch die gepriesenen Landschaften des Awirjah, die, im Gefolge der Sonne, zum Preis und zur Huldigung Gottes dienen. R. Abuhu schloss sich auch der Behauptung des R. Jehuda und R. Josua b. Lewi an, dass gerade der Auf- *) Unsere Ausgaben lesen אוריה wie der bibl. Name, Aruch hingegen immer mit א am Ende.

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