Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 7 · p. Seite 266

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 7
Article
Zur talmudischen Georaphie
Date
1868-01-01
Page
Seite 266 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2829132-2829360-2829368-2863705--11417-2863748
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

266 Zur talmudischen Geographie. der daselbst angeführten analogen Stelle: ל סדרי בצד אסתן die Zeugen sind irgendwo im Norden, wobei also ausdrücklich לצד Seite, Gegend, steht. Die Behauptung des Aruch, 8. v. לאסתן dass im Persischen אלריא die Abendseite genannt werde, ist eine vage Vermuthung, dieblos auf der weiter unten citirten Stelle basirt und bei näherer Prüfung sich jedenfalls als durchaus grundlos erweist. Wohl ist אלךרא ein persisches Wort, aber es hedeutet hier wie dort Airya, Jrän — eine geographische Bezeichnung, die sich auch in den biblischen Eigennamen: ל אדירי ארידתא — Airyadata und nach Einigen auch in ארילך erhalten. 8. Fürst, Ilandwörterb. 8. v. — In Babylonien, wo R. Chissda lebte und wo die Frage verhandelt wurde, konnte man füglich sagen, indem man sich auf ferne Zeugen berief: חא איכא סהרי באוריא דידעי! d. h. die Zeugen sind ja in Airya, die davon Kenntniss haben! Auch die schwierige Stelle, Baba Batra 25a, findet nach unserer Auffassung ihre Erklärung. Ueber die Richtung des Gesichtes beiin Gebete werden daselbst zwei entgegengesetzte Ansichten angeführt. R. Josua b. Lewi entschied sich, gestützt auf einen Bibelvers, Nehemias 9, 4, für den Westen: בלאו ונחזיק טובה לאבותינו שהודיעו מקום תפילה דכתיב וצבא השטים לך משתהוים. Daraus wird geschlossen, dass die Herrlichkeit Gottes, Sehechina, Doxa, im Westen throne; denn es heisst: das Heer des Himmels beugt sich, von Osten nach Westen, vor Dir. R. Scheschet hingegen behauptete: לשכינה ^7קךי!ן dass die Doxa aller Orten in der Welt throne und dass es daher gleichgültig sei, welche Richtung beim Gebet man einnehme. Nur erklärte er sich aus dem Grunde gegen die Ostseite, weil die Ketzer und Heiden sich beim Beten gen Sonnenaufgang, ״Kiblali“, zuwenden. Die Frage wegen der Kiblah scheint damals in Babylonien durch das Wiederaufleben der zoroasterisclien Religion und des Feuercultus unter den Säsäniden und durch die Verbreitung mehrerer Secten, wie der Hyp818tarier in Kappadocien und in den angrenzenden Ländern, die einen strengen Monotheismus mit der Verehrung des Feuers etc. zu verbinden suchten, eine besondere Aufmerksamkeit erregt zu haben und man entschied sich, um so sorgfältiger jeden Anschein der Nachahmung heid-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.