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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 7 · p. Seite 265

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 7
Article
Zur talmudischen Georaphie
Date
1868-01-01
Page
Seite 265 (sequence 2)
Language
German
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265 Zur talmudischen Geographie. I. Airya. Die neuesten historischen Forschungen im Vereine mit den indogermanischen Studien haben bekanntlich die noch vor wenigen Decennien fast unbekannten und ungenannten ״Arier" aus dem Dunkel der Vergessenheit gezogen und dieselben überall in den Vordergrund der alten Geschichte gestellt. Es ist eine grosse Entdeckung, wie die einer neuen Welt, in der Geschichte, sagt bereits Hegel (Philos. der Geschichte, 3. Aufl. 8. 74), die seit etlichen und zwanzig Jahren über die Sanskritsprache u. 8. w. gemacht worden ist. Auch im Talmud lasst sich die Spur dieser Namen nachweisen und wir lassen deshalb vor Allem zur näheren Bestimmung des geographischen Begriffes der ״Arier" einige Worte aus Spiegels Avesta Th. 1, 8. 7 folgen. ״Nirgends ist die Urverwandtschaft auffallender und inniger als zwischen Inder und Perser. Inder und Perser müssen nach ihrem Auszuge aus dem gemeinschaftlichen Urlande noch lange zusammengeblieben sein, sprachliche und mythologische Gründe zeigen dies deutlich. Richtig ist vor Allem, dass beide sich mit demselben Namen benennen. Arja, ehrwürdig in der gewöhnliehen Sprache, abzuleiten von arja in den Vedas, Herr, ist der gebräuchlichste Name des indischen Volkes. Ganz ebenso bei den Persern. Arja muss nach persischen Lautgesetzen zu. airja werden; ein Name, mit welchem die Perser sich längst bezeichneten und woraus das neuere Jrän (verschieden davon ist Ariana im engeren Sinne) entstanden ist, ein Name, den schon Herodot kennen lernte." In folgenden Talmud-Stellen hat sich ebenfalls der Name Airya erhalten, die aber verschieden und falsch erklärt wurden. Kidduschin 12b (nach der richtigen Lesart des Aruch 8. v. אוריא) wird in einer Ehefrage bezüglich einer Berufung auf ferne in Airya, Jrän, sich befindende Zeugen bemerkt: 'אנלרי ליך־י, לף הסדא הא איכא סהדי באוריא דירעי וכר• Es lässt sich kaum in Abrede stellen, dass hier unter אוריא nichts Anderes als Airya, Jrän, oder Ariana im engeren Sinne gemeint sein kann. Denn würde dieses sonst so selten gebrauchte Wort, wie Aruch und R. Jakob Tarn (Thosafot daselbst) vermuthen, die Abend- und Westseite bedeuten, so müsste es heissen; סהדי בצד אורא? die Zeugen befinden sich im Westen, wie in

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