Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 7
- Article
- R. Abraham b. Isaak, Ab-bet-din aus Narbonne
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 247 (sequence 7)
- Language
- German
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*Ab-bet-din aus Narbonne. 247 werden konnten, so waren es vielleicht Lucena in Spanien, wo Ibn Migasch, der bedeutendste Jünger Alfassi’s lehrte, oder Ramerü in Nordfrankreich, der Hauptsitz der Tossafisten. Narbonne nahm den genannten beiden Schulen gegenüber eine untergeordnete Stellung ein; R. Abraham b. Isaak selbst, das Haupt der proven^alischen Schule lauschte mit der Miene eines Jüngers auf die Aussprüche der nordfranzösischen und spanischen Autoritäten. Originalität war überhaupt nicht die starke Seite der Narbonnensischen Gelehrten, aber sie zeichneten sich vor ihren nordfranzösischen Zeitgenossen durch eine vielseitige Bildüng in hohem Grade aus. Narbonne war der Hauptsitz der jüdisch spanischen Cultur in Frankreich. Joseph b. Isaak, der Stammvater der Kimchiden26), der zuerst in der Provence den Sinn für hebräisch-grammatische Studien und für eine rationelle Auslegung der Bibel weckte, lebte in Narbonne und war ein Zeitgenosse R. Abraham b. Isaak’s. R. Meschullam b. Jacob aus Lünel, auf dessen Anregung arabisch - philosophische Schriften in’s Hebräische übersetzt wurden und der selbst mehrere moralphilosophische Schriften verfasste27), war ein intimer Freund R. Abraham b. Isaak’s und war, wie die meisten Gelehr־ ten von Lünel, die sich durch ihre freiere Geistesrichtung auszeichneten, aus der Narbonnensischen Schule hervorgegangen23). Serachja Gerundi, welcher mit ungewöhnlich tiefem talmudischen Wissen philosophische Bildung und Kenntniss des Arabischen verband29), war ein Jünger R. Abraham b. Isaak's oder jedenfalls aus der Narbonnensischen Schule 86) Geiger Ozar Nechmad. I. p. 97 ff. *7) Ibn Tibbon Einleitung zur Uebersetzung von Baclija’s Chobot ha-lelabot. 18) iuckasin p. 84 חכמי ’‘וניל שתו מימיהם. *9) Vergl. Roifmann Monographie des Serachja Gerundi. Grätz’ Geschichte. 6. Rand. S. 232.