Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Voltaire und die Juden
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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172 Voltaire und die Juden. Rabinet: Ja, ja, ich gehe. Diese Betrügerei Soli der Fürst erfahren. Er ist gerecht und weise und wird Genugthuung mir nicht versagen. Angoule-Tout: Wachen, haltet ihn fest, lasst ihn nicht fort, Nehmt ihm den Ring, der Schelm hat Ilm mir gestohlen, ich schwör’s. Rabinet: Der Ring gehört mir, lasst mich sprechen, Seit sechs Jahren trage ich ihn am Finger, Hab’ ihn in Prag gekauft. Mag er mir meine Diamanten wiedergeben, Die er verheimlicht, oder ich zeig’s dem Fürsten an. Angoule-Tout steckt darauf die Diamanten in den Sack, in den er seinen Genius Mammon eingeschlossen hat. Rabinet beklagt sich beim Richter, meldet, dass sein Vater vor Gram gestorben ist. Der Richter (Abime- Touche, der Schieler?) will die Sache im Aufträge des Fürsten untersuchen und droht Rabinet: Wenn du verlierst, so gilt's dein Leben, Einen Günstling darf man nicht unbestraft beschuldigen. Beide Parteien werden darauf vorgeladen, Angoule- Tout zeigt die gekauften Diamanten, aber sie sind vertauscht, die echten hatte er in den Sack gesteckt. Der Richter will den Sack untersuchen lassen, aber dagegen sträubt sich Angoule-Tout. — Will Rabinet den Eid für seine Aussage leisten, so entgegnet ihm der Sachwalter des Dichters: ,,nein, nein, wir lassen einen Juden nicht zum Eide zu". Wiederholentlich spricht Angoule - Tout: ״Wie, ein Jude soll mir Händel machen? Mich vor Gericht laden, mir gegenüber treten?" Darin lag die bodenlose Ge-