Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Alliance Univers. Israélite und die Juden Rumäniens
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 11)
- Language
- German
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und die Juden Rumäniens. 131 Die Verfolgung schien nach diesen wiederholten Protesten aufzuhören, der Fürst bereiste die Moldau, um sie zu beruhigen. Dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten, der durch einen mit Recht eines guten Rufes sich erfreuenden rumänischen jüd.Glaubensgenossen einen Schritt bei unserem Präsidenten gemacht hatte, empfing von uns einen Entwurf der Maassregeln, durch deren Erfüllung wir unsere Klagen bei den Regierungen und unsere Angriffe in den Journalen einzustellen bereit wären, da kam die Nachrieht von der schrecklichen Ersäufung zu Galacz. Zehn unglückliche aus dem Lande ausgestossene Juden wurden am 14. Juli in einem kleinen Schiffe auf das türkische Ufer übergesetzt. Unter diesen armen Leuten befand sich ein so schwacher Greis, dass zwei Soldaten ihn anfassen mussten, um ihn ins Schiff zu werfen. Statt diese Juden der Wache zu Zatoca zu consigniren, setzten die mit der Ausführung beorderten Soldaten sie auf die Galacz gegenüberliegende unbewohnte und von Wasser überschwemmte Insel aus und warfen sie, wie sie es früher gethan hatten, in den Sumpf. Einer von ihnen kam daselbst um, über die anderen erbarmten sich die türkischen Soldaten und führten sie nach Galacz, in der Absicht, sie der vor dem Hafen postirten Wache zu übergeben. Allein statt die Unglücklichen aufzunehmen, stiessen sie die Soldaten mit Kolben und Bayonetten ins Wasser. Zwei Juden, der kranke Greis und ein junger Mann, suchten sich vor den Bayoneten in das Schiffchen zu flüchten, es gelang ihnen aber nicht und sie ertranken in dem reissenden Strom. Kein Versuch wurde von den Soldaten znr Rettung der vor ihren Augen unweit des Ufers ertrinkenden zwei Menschen gemacht. Ein kleines in der Eile ausgerüstetes Dampfschiff, der der Österreich!- sehen Donaugesellschaft gehörende Mercur, kam zu spät, um noch retten za können. Die anderen Unglücklichen wurden endlich, nachdem sie einige Zeit im Wasser gelassen wurden und den Sonnenstrahlen ausgesetzt waren, aufgenommen und ins Gefängniss geworfen. Die ganze civilisirfce Welt protestirte gegen dieses Verbrechen, doch schon früher hatten sich die gesammten