Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Alliance Univers. Israélite und die Juden Rumäniens
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 10)
- Language
- German
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130 Die Alliance Univers. Israelite Ich werde im Gegentheile sagen, dass ein Volk, welches wie dieses, ausgeschieden von den anderen Völkern, der Verachtung und der Verfolgung zur Zielscheibe gedient hat, unser ganzes Mitgefühl verdiene." Der Graf Denbigh fügte hinzu: ״Ich bin schmerzlich ergriffen von der Weise, in der die unglücklichen Juden behandelt wurden, und noch mehr, da ihr Verbrechen darin bestehet, friedliche und fleissige Menschen zu sein, die ihre Waaren billiger als die anderen Einwohner verkaufen.“ Er endigte mit den Worten: ״Es gibt nichts Unglücklicheres zu allen Zeiten als Verfolgungen, und jetzt öffnet sich eine Aera, in welcher die Bekenner aller Religionen Gott nach ihrem Gewissen anbeten können ohne hierin gestört zu sein, und dieselben bürgerlichen und politischen Rechte besitzen sollen." Der Minister versprach dem Hause, die (Korrespondenz vorzulegen; es werde aus ihr die Haltung der Regierung entnehmen. In dem Hause der Gemeinen machte Sir Francis Goldsmid die Mittheilung dieser traurigen Vorgänge; der Minister, Lord Stanley, nahm, nachdem mehrere Redner gesprochen, das Wort und bezeichnete diese Verfolgung als ״das Resultat einer Meinung, die vor drei oder vier Jahrhunderten herrschte und gegenwärtig zahlreiche Anhänger in Rumänien hat, dass man durch die Verfolgung Andersglaubender die eigene Immoralität sühne." ״Dieses Volk," fuhr er fort, ״ist unlängst emancipirt worden und ist, da es aus einem untergeordneten Zustand hervorgehet, glücklich, eine Glaubensgemeinde zu finden, gegen die es ähnliche Verfolgungen ausüben könne, wie es sie _ selbst erlitten." — Den 6. Juli theilte Lord Stanley dem englischen Generalconsul zu Bucharest mit, dass die Verfolgung der Juden in der Moldau in den beiden Häusern ein e V erh an d lun g h er v 0 rgeru fe n, welche die Regier u n g Ihr er Majestät im Interesse der Fürstenthümer und des Fürsten durch wirksame Massregeln gegen die grausame Verfolgung, deren Opfer die Juden gewesen, als überflüssig gewünscht hätte. Die österreichische Regierung erhob ebenfalls Ein- Spruch mit neuer Energie.