Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Alliance Univers. Israélite und die Juden Rumäniens
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829360-2829365-2863479--11216-2863512- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
132 Die Alliance Univers. Israelite Consuln zu Galacz versammelt und schrieben (16. Juli) an den Präfecten: ״Wir wissen nicht, ob sich unter diesen Juden ein fremder Jude befindet, allein wir halten es der notorischen Verfolgung gegenüber, die in diesem Lande die Juden trifft, für unsere gebieterische Pflicht, im Namen der von uns vertretenen Regierungen laut gegen diese barbarischen Handlungen zu protestiren, deren Verantwortung gegenüber der civilisirten Welt wir Ihnen, Herr Präfect, und der höheren Autorität überlassen." Dieser Protest wurde von allen zu Bucharest residirenden Generalconsuln beim Fürsten erneuert, und sie verlangten dringend unter Geltendmachung der von der Regierung verkannten Gesetze der Menschlichkeit, dass alle gegen die Juden erhobenen Massregeln suspendirt werden. Die rumänische Regierung schob vor jeder Untersuchung das Verbrechen von Galacz auf die Türken und befahl dann erst eine Untersuchung einzuleiten, welche denn auch die Schuld der Türken und die Unschuld aller rumänischen Beamten nach wies. Die Türkei beschuldtgte nicht die Rumänen, sondern schlug eine nochmalige Untersuchung durch eine aus Rumänen und Türken gemischte Commission vor, welche die Wahrheit an den Tag bringen würde. Die rumänische Regierung wies diesen Vorschlag zurück und die türkische Regierung brachte diese Weigerung zur Kenntniss aller europäischen Mächte; dieses war ihr einfacher Protest gegen die falsche Zuschiebung dieses Verbrechens. Die rumänische Regierung aber bestrafte auch nicht die Urheber und der Präfect Lucazco behielt weiter seine Präfectur. Wir befanden uns unter dem Eindrücke dieses schreckliehen Ereignisses, als der damals zu Paris weilende Secretär des Fürsten von Rumänien in unsere Mitte trat. Er sagte, dass er zwar ohne Auftrag der Regierung, aber in der Absicht, ihr zu dienen, uns die Eindrücke, die das Gesammte dieser Ereignisse auf ihn gemacht, wiederzugeben und die unserigen entgegenzunehmen wünsche. Er bot Alles auf, um das Schauderhafte dieser Ereignisse abzuschwächen und versicherte uns der guten Gesinnungen des Fürsten gegen die Juden, an denen wir doch nicht