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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 4 · p. Seite 129

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 4
Article
Die Alliance Univers. Israélite und die Juden Rumäniens
Date
1868-01-01
Page
Seite 129 (sequence 9)
Language
German
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und die Juden Rumäniens. 129 der Appellhof sprach das Niehtschuldig über eilf Yerurtheilte aus. Drei von ihnen wurden von Epureano vertheidigt; er erhob ihre Verteidigung bis zur Höhe einer politischen Debatte, in welcher er das Benehmen der Regierung besprach und schon aus dem Gesichtspunkte der Landesinteressen scharf beurteilte. Es war auch fast überflüssig, die Verurteilten zu verteidigen, denn sie waren nicht Vagabunden, sondern betrieben Handwerke, der eine von ihnen war Schneider, der andere Schuhmacher, der dritte Böttcher; sie hatten bis zu dem Tage gearbeitet, an welchem man sie aus dem Hause ihrer Meister riss, um sie ins Gefängniss zu werfen. Da nun das Gesetz nur die für Vagabunden hält, die weder Metier noch Domicil haben, musste die Verurteilung fallen: die drei Verurteilten wurden freigesprochen. Die Verfolgung hörte jedoch nicht auf. In Varlui wurden einige in Freiheit gesetzte Juden von Neuem eingekerkert, in Baken ergriff die Nationalgarde die Waffen, um die von den Dörfern verjagten und daselbst eine Zuflucht suchenden Juden zurückzustossen; in Jassy wurde ein Jude gemeuchelmordet, der den Gefangenen Nahrung brachte. — Die Alliance teilte diese neuen Handlungen der Barbarei den Regierungen und der Presse mit. Die französische Regierung machte neue Vorstellungen beim Fürsten; in England wurde die Regierung von beiden Kammern interpellirt. Im Oberhause eröffnete der ehrwürdige Lord Redcliff de Stratfort am 11* Juli die Discussion. Er sprach seinen Unwillen über die Wahrnehmung aus, dass die Verfolgung sich heimlich fortspinne und die rumänische Regierung, indem sie einen Minister, der die Verfolgung anbefohlen, an der Spitze der Geschäfte lässt, der Meinung der Grossmächte Trotz biete. Er führte die Geschichte der Juden an, belobte ihre friedliehen Sitten und drückte sein Mitgefühl für ihre Leiden infolgenden schönen Worten aus: ״Ich denke, dass die Juden ebenso gegen Verfolgung empfindlich sind wie die ersten Christen und dass der Unterschied der Religion nicht die Sympathie vermindern darf, welche derartige Leiden einflössen*

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