Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 4)
- Language
- German
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116 Recensionen und Anzeigen. früher gedachten Stelle, die Herr R. nicht gekannt zu haben scheint, aufmerksam gemacht. Auch ist, wie Beer sagt, ״das erste Blatt יבמות halb weggerissen und in ,נדר ist ein grosser ■Blutfleck‘6 (das. S. 457), Herr R. hat diese Notiz nicht mitgetheilt. — Der Codex enthält neben dem babyl. Talmud noch verschiedene andere Werke, die auch Beer aufzählt; Beer theilt ferner mit, dass nach der ברייתא דמלאנת המשק ein hebräisches Gedicht על סי א״ב folge. Herr R. macht hiervon keine Erwähnung. — Hierauf gehet der Verf. auf die Zeit der Abfassung des Codex ein. Dieser hat zweimal die Jahreszahl 103 1343 der übl. Zeitrechnung; das eine Mal zu Ende der Talmudtraktäte, wo der Abschreiber sagt: וסיימתים בשתים עשרה לירה כסלו שנח מאח ושלש לאלף ששי, dann zu Ende der den Traktaten folgenden סדר ורעים וטהרות, woselbst es heisst: וסיימתים בשבעה עשר יום לחורש טבת שנח מאה ושלש לאלף ששי• Allein auffallend ist, dass an einem gegen das Ende des Codex gebrachten Getformuiars es heisst: סריש מתא דיתבא על נהר שינא ועל נהר אישונא und hier ist die Jahreszahl שנרת המשרת 1308) אלפיבם וששיכם ושמנה) angegeben; nun wurden aber die Juden im J. 1306 aus Frankreich vertrieben und kehrten erst im J. 1360 zurück, daher sowohl die Angabe מאה ושלש nde früher angeführt, als ששים ושמנה im Getformular, unrichtig zu sein scheinen. Dr. Grätz, Geschichte der Juden 8. Band 8. 10 Anmerk. 9 meint, es sei bei der Angabe מאה ושלש das Wort עשרים ausgefallen, wogegen Herr R. einwendet, dass, da die Angabe מאה לשלש sich zweimal wiederholt, schwer anzunehmen sei, dass עשרים zweimal ausgefallen. Noch unhaltbarer wird diese Hypothese durch die Jahreszahl des Getformuiars לששים ושמנה: dieser Get wurde, wie angegeben wird, geschrieben in יפריש מחא also Juden in Paris im J. 1308! Herr R. schlägt daher Folgendes vor, um aus der Verlegenheit zu helfen: dass der Codex zu Paris geschrieben sei, ergibt sich allein aus dem Getformular, bei den beiden anderen Stellen, die das Jahr ,מאד לשלש haben) findet sich keine Ortsangabe. Nun pflegt bei Formularen Ort und Zeit fingirt zu werden, die Angabe 'פריש וכן im Getformular ist daher von keinem Gewicht und besagt durchaus nichts über Ort und Zeit der Abfassung des Manuscripts. Diese Lösung scheint eine recht glückliche. Die Frage nach dem Orte der Abfassung des Manuscripts ist eine subordinirte: