Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829360-2829364-2863419--11190-2863469- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Recensiomen und Anzeigen. 115 neu eingeschlichenen einen reichen Ersatz fanden. Diese Momente zusammen genommen machten schon lange den Wunsch nach einem Manuscript aus früher Zeit rege, das wie voraus- Zusehen an Lesearten und Textverbesserung wohl reichlichen Stoff bieten würde. Dieser Wunsch wurde noch lebhafter als bekannt wurde, dass auf der Königl. Bibliothek zu München sich ein vollständiges Talmudmanuscript aus dem 14. Jahrh. belinde; der sei. Dr. Beer hat manche sehr beaclitenswerthe Varianten aus demselben im 6. Jahrg. dieser Monatsschrift mitgetheilt. Herr Rabbinowicz hat es in dem Eingangs genannten Werke unternommen, die Varianten des Münchner Codex mitzutheilen und er hat in dem uns vorliegendem ersten Theil, der die Varianten zu Traktat Berachotli und der Ordnung Seraim bringt (auf dem liebr. Titelblatt ist dieses nicht angegeben, genauer ist hierin das lateinische Titelblatt und möge Herr R. aufmerksam gemacht sein, in Zukunft eine Conformität zwischen den beiden Titeln eintreten zu lassen) sich als einen durch umfassende Talmud - Gelehrsamkeit wie durch die sorgfältigste Genauigkeit zu diesem Unternehmen ganz passenden Mann legitimirt. Der Herr Verf. ist auch noch weit über die Forderungen hinausgegangen, die die Untersuchung dieses Codex an ihn stellte: er hat noch, drei andere Manuscripte der Müncliener Bibliothek, zwei Manuscripte der Hamburger Bibliothek und ein Pariser Manuscript, mehrere alte Ausgaben, ferner die bei den ältesten und alten Autoren angeführten Talmudstellen verglichen, und den reichsten Stoff zu Emendationen geliefert. — Doch ehe wir zu den Varianten und Emendationen übergehen, wollen wir mit einigen Worten die von dem Verf. vorausgeschickte Einleitung besprechen, die schon an sich ein treffliches Werk und Herrn R. als gelehrten und kritischen Bibliographen documentirt. Herr R. theilt vorerst mit, wie er bei der Vergleichung dieses Codex zu Werke gegangen und welche Ausgabe er zu diesem Zwecke zu Rath e gezogen. Hierauf folgt eine genaue Beschreibung des Manuscripts, wie viel Seiten es enthält, wie viele Zeilen jede Seite, die verschiedenen Schriftarten u. 8. w. Sehr bemerkenswertli ist die Aufeinanderfolge der Ordnun gen und Traktate — סדרים מסכתות — die von unseren Ausgaben ganz verschieden und worauf schon Dr. Beer an der