Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 2)
- Language
- German
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- Rashi 1× ep/1002670
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114 Recensionen und Anzeigen. letztere höchst unkritische Verfahren drohete den ursprünglichen Talmudtext ganz zu verwischen, und es sah sich daher R. G erschoin, die Leuchte der Gola (960 —1028), veranlasst, den Bann gegen die auf solche Weise den Text Verbessernden, eigentlich Verstümmelnden, aus/.usprechen. R. Salomo Jizchaki, Ra8chi (1040—1105), der unübertroffene Commentator des babyl. Talmud, erwarb sich nicht nur durch seinen Commentar, sondern auch durch seine Feststellung der Lesearten unvergängliche Verdienste um den Talmud, wobei er das des eminenten Erldärers und Kritikers würdige Verfahren einschlug, die Vorgefundenen falsehen Lesearten nicht zu streichen: er begnügte sich damit, die von ihm als besser erkannte oder vorgeschlagene Leseart in seinen Commentar aufzunelunen (vgl. R. Jakob Tarn, Vorrede zum Sefer Hajaschar). Später wurden jedoch ohne Verschulden Raschi’s die alten Lesearten gestrichen und die von Raschi als besser erkannten an deren Stelle gesetzt, ein Verfahren, das nicht nur sehr bedauerlich, sondern das auch mitunter die Worte Raschi’s selbst schwer verständlich macht, da an mancher Stelle nicht abzusehen ist, wogegen Raschi eigentlick kämpft. Nur der Traktat Sota macht eine Ausnahme: hier wurden an den meisten Stellen die alten Lesearten belassen (vgl. Monatsschrift 1. Jahrg. 8. 553). Vergegenwärtigen wir uns, dass wohl eine geraume Zeit verstrich, ehe die Codd. nach Raschi verbessert wurden und die so verbesserten Codd. sich allgemein verbreiteten, erinnern wir uns, dass die Raschi vorangehenden grossen Lehrer ander6 Erklärungen und daher andere Lesearten hatten, gedenken wir ferner, dass manche an den Rand geschriebene Leseart wie so häufig, in den Text kam, so wird die Thatsache der Verschiedenheifc der Lesearten, wie sie sich im Vergleiche unserer Ausgaben mit den Lesearten alter Autoren und nicht selten zwischen den früheren Ausgaben selbst herausstellt, das Befremdende verlieren und muss nur umsomehr bedauert werden, dass in den früheren Ausgaben nicht von den Editoren angegeben wurde, nach welchem Manuscript, ob einem französischen italienischen u. 8. w. und aus welchem Jahre die Edition erfolgt sei. Dass ferner die Manuscripte häufig durch Abschreibefehler entstellt waren, wurde schon oben bemerkt; in den gedruckten Ausgaben sind manche Fehler verbessert worden, die aber an