Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Commentarien des Ephraem Syrus im Verhältnis zur jüdischen Exegese
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 9)
- Language
- German
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106 Die Commentarien des Ephraem Syrus im Verhältnis später Töchter der*Kainiten, und dieser Verbindung der 86thiten mit den Kainiten entstammte das Geschlecht der Riesen (49 D, 146 B). Ebenso kann man in Ephraems Erklärung zu Gen. 32, 25 einen kleinen Ansatz zur rationalistischen Exegese finden. Der Engel, der Jakob erscheint, ist nach ihm entweder eine blosse Vision Jakobs, damit er Esau gegenüber Muth bekommen sollte, oder ,,weil er gelobt hatte, Gott den Zehnten zu geben und ihn dem Esau gab" (p. 181 B, cf. 87 B, 88 B), cf. Jeruschalmi a. 1. והתכחש מלאכא עמיה ברמות גברא ואמר ה^א אמרת לעשרא -בל רילך Indem Ephr. auf diese Weise die biblische Erzählung mit erklärenden Zusätzen bereichert, stimmt er oft auffallend mit den jüdischen Paraphrasten überein, z. B. Gen. 49, 7: ״Ich will sie vertheilen‘״ ,־was auch geschah, da der Stamm Levi keinen Länderbesitz, sondern nur einzelne Städte unter den übrigen Stämmen hatte und der Stamm Simeon im südlichen und westliehen Th eile des Stammes Juda (s. Josua 19, 1—9) sein Gebiet hatte" (187 D), cf. Jonathan a. 1. Hiermit sind wir bei einem Capitel angelangt, bei welchem die exegetische Richtung Ephraems am deutlichsten hervortritt; denn bei der Interpretation dieses prophetischen Stückes zeigt sich das Schwanken zwischen den verschiedenen exegetischen Principien in der schroffsten Weise. Abgesehen von den verschiedenen christologischen Beziehungen findet er im Segen Jakobs theils Rückblicke auf die früheren Schicksale Josephs und seiner Brüder, theils prophetische Hinweisungen auf die spätere Geschichte der 12 Stämme. In letzterer Beziehung nimmt er ebenso wie die Hagada meist die Richterzeit als historischen Hintergrund der Prophetie an, obgleich er diesen exegetischen Faden nicht festhält und auch aus späteren Zeiten historische Belege für die Erfüllung der Prophezeihung anführt. V. 14 z. B. bezieht er auf Gideon (p. 109 B), wobei er freilich übersieht, dass (nach Jud. 6, 15) Grideon aus dem Stamme Manasse war. Richtiger finden daher Jon. und Jeruscli. den Hinweis auf denselben in V. 18 ibid. Zutreffender ist seine Erklärung zu V. 16 sq. ״Das ist Siinson, der Israel 40 Jahre regierte" (109 D). Ebenso Onkelos a. 1.,