Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2829132-2829360-2829363-2863350--11139-2863403- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Recensionen und Anzeigen. 77 Kerkerstrafe verurtheilt, die er dreizehn Jahre zu Czenstochow erlitt. Als die Russen Czenstochow eroberten, 11688 er erklären, er und seine Anhänger wollen sich zur griechichen Kirche dekennen. Er erlangte später seine Freiheit, ging mit vielen Anhängern, denen er als gottgewordener Mensch, als ,,heiliger Herr“ galt, nach Oesterreich und lebte mehrere Jahre in Brünn, und als er diese Stadt verlassen musste, ging er nach Offenbach, woselbst er Decbr. 1791 starb. -- Dieses in kurzen Worten der Inhalt dieser sehr interessanten Monographie; der Verfasser hat mit Wärme und an mancher Seite mit innerer Indignation geschrieben, es ist der Ingrimm der Wahrheit, der spricht; und dass der Verf. von Wahrheit geleitet wurde, beweisen die der Schrift beigegebenen und ihren Werth erhöhenden Beilagen, die Herr Dr. Graetz aus den seltensten und schwer zugänglichen Werken gesammelt. Doch sind die Angaben mancher dieser Beilagen mit Sorgfalt zu prüfen. So ist R. Jakob Emden in seinen Mittheilungen nicht ganz zuverlässig; ein Mann von hedeutender Gelehrsamkeit, ist er ein eifriger Zelot und bereit, auf den leisesten Verdacht zu verdammen. Begeifert er doch selbst den ihm weit überlegenen R. Jezechiel Landau und zieht seine Orthodoxie in Zweifel! Und Emden, der heftigste Feind des im Sohar wurzelnden Sabbatianismus, vermag nicht, sich vom Sohar und der Kabbala 10szusagen? während Landau offen mit der Kabbala brach und auf den Sohar keinen Werth legte! Es scheint, dass Emden auch gegen Jonathan Eibeschütz sich in seinem Uebereifer schwer versündigt und ihm Mehrere8 aufgebürdet habe, das bei genauerer Prüfung schwindet; vielleicht wird es uns gegönnt sein, an einer anderen Seite hierfür den Nachweis zu liefern. Kehren wir zu der Monographie zurück, so scheint bei der Befriedigung, die sie gewährt, doch noch Manches dunkel. So ist nicht abzusehen, wodurch Frank diesen imponirenden Einfluss und das göttliche Ansehen bei seinen Anhängern gewann, von denen er als Adonai (S. 71) verehrt wurde, da er doch selbst Idiot und, wie der Verf. mittheilt, wenig gewinnend war. Aber es herrscht über das Treiben und Wirken der Sabbatianer überhaupt so vieles Dunkel, dass dem Herrn Verf. kein Vorwurf daraus gemacht werden kann, dass er nicht ganz das Räthselhafte in der Geschichte dieser Secte gelöst. Ref. hatte in seiner