Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 2)
- Language
- German
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76 Receusionen und Anzeigen. Befriedigung seines ungezügelten Ehrgeizes zu gelangen. — Frank, eigentlich Jankiew Lejbowicz oder Lebowicz, im südlichen Galizien im zweiten, nach Anderen im dritten Decennium des vorigen Jahrhunderts geboren, war ein durchaus ungebildeter und unwissender Mensch; die Basis seines Ansehens bei seinen Anhängern lag in dem Sabbatianismus, der zu jener Zeit viele Belceuner in Galizien und Podolien zählte, denen es aber an einem Oberhaupte fehlte, um das sie sich scliaarten. Frank fand bei seinem Auftreten Vieles vorbereitet, auch fehlte es ihm in seinen Betrügereien nicht an Helfershelfern, einige Mitglieder der Familie Schor standen ihm als solche zur Seite. Die rabbinischen d. i. nichtsabbatianischen Juden wurden endlich auf dieses Treiben aufmerksam, es fehlte nicht an Recriminationen und Anklagen, sie und an ihrer Spitze die Familie Schor wurden des unzüchtigsten Wandels angeklagt und überführt, und es sahen sich die Behörden zum Einschreiten veranlasst. Da ertheilt Frank, der sich nach Chozim in Sicherheit zurückgezogen hatte, seinen Anhängern den Rath, die Erklärung abzugeben, dass sie an eine Dreieinigkeit glauben und den Talmud, der voll Irrthümer und Blasphemien sei, verwerfen; mehrere von ihnen nahmen auf sein Geheiss die Taufe. Die Frankisten fanden nun an dem Bischof von Podolien, Deinbowski, einen Gönner und brachten über die Juden unsägliclies Leid; sie klagten diese an, das Blut von Christen an ihren Festtagen zu gebrauchen und veranlassten den Bischof Dembowsld, durch ein Edict die Verbrennung des Talmud an zubefehlen. Ein Frankist verbrannte den Talmud an einem jüdisehen Feiertage vor den Augen der Juden. — Doch Dembowski starb, die Frankisten geriethen in Noth, sie wendeten sich an den Erzbischof von Lemberg, Lubienski, der aber wie der päpstliche Nuntius zu Warschau das Lügengewebe durchschaute und dass ihr christliches Glaubensbekenntnis nicht ernstlich sei! er wies sie daher mit ihrem Gesuche um Schutz für ihre Secte nicht vor. Frank nahm endlich auch die Taufe an, der König August von Polen war sein Taufpathe (25. Nov. 1759) Doch auch jetzt war der Argwohn, dass das angenommene christliche Bekenntnis nur ein Deckmantel für geheime Pläne sei, nicht beschwichtigt, und Frank wurde endlich gezwungen, dieses in einem offenen Bekenntnisse abzulegen. Er wurde zur