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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 2 · p. Seite 54

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 2
Article
Emanuel Osmund und Jean Paul
Date
1868-01-01
Page
Seite 54 (sequence 14)
Language
German
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54 Emanuel Osmund und Jean Paul. Mühe und kein Opfer. Jean Paul lernte, wir wissen nicht wie, eine jüdische •Familie aus Königsberg kennen, er erfreute sie durch einen Brief, der selbstverständlich nicht unbeantwortet blieb. Emanuel wünschte, dass Jean Paul der Königsberger Familie noch einmal schriebe, was der soiisk schreibselige Dichter aus uns unbekannten Gründen zu thun sich weigerte. Emanuel ersuchte ihn mehrere Male, auch der gemeinschaftliche Freund Otto legte sich in’s Mittel. ״Emanuel wünscht schreibt er am 9. Octoher 1799, dass Du den jüdischen Eheleuten noch einmal schreiben möchtest. Sein Brief sagt Dir, wie viel ihm daran liegt. Erfülle seinen Wunsch .... Ausser der erfreulichen Theilnahme an seinen bessern Religionsgenossen verdient die Frau recht viel Achtung und der Mann hat einiges talmudische Aehnliche mit Emanuel, besonders in der Stelle: mein Dank ist wortarm, aber reich — an Dank, hätte ich bald gesagt, und im Gegensatz des aufklärenden 18. und des aufgeklärten Jahrhunderts, das diesem folgen soll. Für mich, da ich gewiss weiss, dass Du an die Unbekannten schreiben wirst, bitte ich, dass Du sie mit E. bekannt machestccl). Sieben Wochen später berührte Otto diesen Punkt noch einmal: ״Wenn Dir E.'s Bitte und die meinige wegen des Königsberger Ehepaares schwer vorkommt, so lass sie Dir, ich bitte Dich nochmals, nicht unthunlich scheinen. E. zweifelt oder verzweifelt beinah an seinen Religionsgenossen und wenn er dann nur etwas Erfreuliches findet, so erhebt es ihn und er schätzt es dann höher als er sollte“'2)״ Nach Monate langem Zaudern gab Jean Paul endlich nach: an demselben Tage, an dem Emanuel gefährlich darniederlag, richtete der christliche Freund von Weimar aus am letzten Tage des Jahres 1799 an das Königsberger Ehepaar folgendes interessante Schreiben: ״Ich will dieses Jahr mit keiner Schuld beschliessen, die ich tilgen kann. Meine Sommerreisen und Herbstarbeiten haben mich bisher von der schönen Stunde *) Briefwechsel mit Otto, III, 167. a) Briefwechsel mit Otto, III, 198.

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