Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Emanuel Osmund und Jean Paul
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 13)
- Language
- German
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Emanuel Osmund und Jean Paul. 53 Wie dankbar bewies er sich für die kleinste den Juden erzeigte Gunst! Ein Bayreuther Beamter, Kölle, erkrankte. Er hatte für die Juden der Stadt so viel gethan, dass mehrere für ihn um Genesung beteten. Kölle erfuhr dies vor seinem Tode, 11688 der Gemeinde danken und Lebewohl sagen. Emanuel setzte beides mit ein ״paar Simpeln Worten" auf und Hess es am Tage der Zerstörung Jerusalems in der Synagoge vorlesen1 2). Jede Nachricht über die Bessergestaltung der socialen Verhältnisse der Juden beglückte ihn. Nachdem sich Jean Paul in Berlin aufgeh alten, bei ״dem berühmten Herz und dessen grossen gelehrten Frau" gespeist und bei der Bernard-Gad ״mit einem zu feurigen Herzen zu kämpfen hatte", schrieb er an Emanuel: ״Es wird Sie meine Nachricht freuen, dass die Juden in Berlin den aufgeklärteren Th eil Berlins ausmachen — dass sie die jüdische Noblesse heissen, fremde Künstler und Gelehrte an sich ziehen — in Graun’s Passion gegen sich selber singen und zu witzig sind״ .(־Ja wohl freut es mich", erwiderte Emanuel, ״dass die Juden in Berlin so glücklich sind, wie bald mehrere werden müssen und werden, 80bald nur die jetzige Jugend Aelternpflichten bekommt. Die Juden werden Alles eher werden als Bürger; aber sie werden’s doch. Die Juden werden wie die Christen nützlicher und besser, wenn die Staatsverfassungen besser werden. Gleichwohl kann und mag ich die Juden nicht lossprechen von der Schuld selbstbereiteter Hindernisse"3). Sobald sich irgend eine Gelegenheit bot, die Bildung seiner Glaubensgenossen zu befördern oder sie mit Christliehen Freunden bekannt zu machen, so scheute er keine י) Briefwechsel J. Paul'8 mit Otto, II, 82. 2) Denkwürdigkeiten I, 73. Seinem Freunde Otto meldete er u. a. (Briefwechsel mit Otto, III, 362): ״Die Juden und Jüdinnen sind hier (in Berlin) so fein geglättet und zugeschnitten wie ihr Gold. Eine Societät von vielen Tausenden zu ihrer Glaubens-Revolution geht über Europa 11in<c. 3) Denkwürdigkeiten I, 74.