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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 2 · p. Seite 47

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 2
Article
Emanuel Osmund und Jean Paul
Date
1868-01-01
Page
Seite 47 (sequence 7)
Language
German
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Emanuel Osmund und Jean Paul. 47 einen jeden Weg aus weitester Entfernung zu dieser Grenze aufzusuchen, in der Uebertretung eines ganz unbedeutenden Gesetzes schon die Verletzung der wichtigsten vorauszusehen. Darum sagt er: ״Wer am Sabbat ein Geschwüre aufzwickt, blos um es zu öffnen (ohne Roth), der Übertritt das Gesetz (während die Oeffnung desselben zur Heilung in der Ordnung ist). Der Talmudist gebraucht ein Bild; die Gemara will damit sagen: Wenn ein Geschwüre ohne Roth aufzwicken schon eine Art Bauen oder Arbeit, wie sehr ist dann des Juden Pflicht, jede Handlung, die er am Schabbas verrichten will, genau zu prüfen, ob sie nicht eine Art Handlung sei? Dann aber ersieht der Jude zugleich aus dieser Stelle, dass er im Falle der Gefahr sich über das Gebot wegsetzen kann. Nach mosaischem Gesetze war vieles ״unrein", worauf man nicht mehr achtet. Uns macht jetzt nichts mehr unrein und nichts mehr als andere Menschenkinder rein. Bios die Nachkömmlinge Arons, die sich auf ihren Stammbäum noch etwas einbilden, und die bei uns auch viele Vorzüge haben, berühren — ohne Noth — keinen Todten und betreten keinen Ort, wo Todte liegen. Ihre Rechtfertigung dieser Verunreinigungslehre ist eben so prächtig als wahr und die dazu gesetzte Meinung über alles schön und richtig." Unmittelbar nach Empfang des Briefes antwortete Jean Paul seinem ״guten Guten": ״Ihr Brief ist für mich ein Katheder oder vielmehr ein Hohlspiegel, der mir im Rauche der Worte den abgeschiedenen Geist des Judenthums schwebend darstellt. Mein Brief soll ein Sekunda- Wechsel des Ihrigen sein, oder vielmehr eine zweite Auflage desselben. Erstlich über mein ״Leider habe ich mehr über als von den Juden gelesen". Das kann nicht heissen, als ich beklage es, dass ich die Unterdrückten fast blos aus dem Munde der Unterdrücker kenne, dass Christen die Portraitmaler der Juden sind, denen nicht mehr zu glauben ist, als wenn Juden die Portraitmaler der Christen sind. Denn der feine Geist jedes Volkes — eines so unähnlichen zumal — verdampft, wie jeder Spiritus, in allen Schilderungen-, und nur aus der

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