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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 2 · p. Seite 46

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 2
Article
Emanuel Osmund und Jean Paul
Date
1868-01-01
Page
Seite 46 (sequence 6)
Language
German
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46 Emanuel Osmund und Jean Paul. Sie wollen, so will ich mit Ihnen Briefe, d. h. Abhandlangen über die Offenbarung, über Wunder, Religion wechseln. Aber Sie müssen mich vorher versichern, dass wir in diesem Punkte nicht Kilajlm sind, die die sechste Mischna des 4. Kapitels in Kilajim so gut zusammenzuwerfen verbeut, als wilde und cultivirte Bäume. Ich meine, Sie sollen mir vorher Ihre Toleranz mit dem wildesten Baum assekuriren, der vielleicht kein Baum des Erkennt־: nisses ist und der seine herben Holzäpfel noch fortträgt, ohne dass ihm die Offenbarung viele Reiser inokuliren könne. Sind Ihnen aber die freimüthigen Behauptungen — die aber gleichwohl im unendlichen Tempel des Universums anbeten, der auf drei kolossalischen Säulen ruht, auf Gott, auf Unsterblichkeit, auf Tugend — nicht zu freimüthig, so fangen wir sie an.“ Wer erkennt nicht sogleich den heterodoxen Theologen, dem es wahres Vergnügen macht, über religiöse Gegensätze zu disputiren? Emanuel Hess nicht lange auf Antwort warten. ״Auf Druckpapier kann ich Ihnen kein Armband, viel weniger eine Halsschnur von meinen Rabbinischen Perlen senden 5 doch können Sie auf Schreibpapier nach und nach einige Loth Lothperlen, vielleicht auch eine kleine Zahl Zahlperlen bekommen. Die Gemara ist nicht übersetzt, wäre sie's, so wäre sie es für den Nichtjuden so gut, wie die Mischna. Warum, Lieber! sagen sie: ״leider! habe ich mehr über als von Juden gelesen“. Sie glauben nicht, wie sehr mir dies leider! aufgefallen und wie ich es nicht aus den Augen bringen kann. Die Mischna, die Gemara und andere dergleichen Schriften sind ohne Commentar nicht zu brauchen. Von Unsterblichkeit und Seelenwanderung sagt die Gemara nur wenig. Die zwei Seelen meiner Lehren könnten sich wohl, wenn Widersprüche die Verdoppelung bewirkt, noch öfter verdoppeln. Aber wenn wir uns in ihre Bildersprache gefunden, erscheinen sie uns anders. Vor Allem bedenken Sie, dass der Talmudist eine Grösse darin sucht, die äusserste Grenze eines jeden Dinges nicht nur, sondern

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