Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 12
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 474 (sequence 2)
- Language
- German
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<474 Recensionen und Anzeigen. war seit Jahren das mit Ausnahme Spaniens den Juden unzugänglichste Land. Um nun noch ferner den Juden den Zutritt unmöglich zu machen, wurde der Thierschutz hervorgesucht: die Juden quälen die Thiere durch das Schächten, daher ist ihnen in der Schweiz, wo durch Staatsgesetz Thierquälerei verboten ist, das Schächten zu untersagen, und da der Mensch ein fleischfressendes Thier und der Jude in dieser Hinsicht als Mensch zu betrachten ist, so kann man sich unter dem Scheine der reinsten Humanität die Juden vom Halse verschaffen! Am schwersten wurden die Juden im Canton Aargau betroffen; in diesemCanton haben sich seit einiger Zeit zwei jüdische Gemeinden, in den Orten Lengnau und Endingen, gebildet; der Grosse Rath des Canton Aargau sprach trotz des Gutachtens der Experten, ״das Schächten sei nicht grausamer und schmerzlicher als die gewohnliche Tödtung des Thieres“ sein Verdict über die ״barbarische Judenschlächterei“ aus, ein Verdict, das der Austreibung der Juden gleich kam. Herr Dr. Kayserling, Rabbiner in Aargau, erkannte mit Recht, dass ein Recurs an diesen Gr. Rath, der unter ״Scherz und Spass“ diesen über das Schicksal mehrerer hundert Menschen entscheidenden Entschluss gefasst hatte, von keinem Erfolge sein werde; er zog daher vor, an die Wissenschaft zu recurriren und die Gutachten der anerkanntesten Thierärzte einzuholen. Diese Gutachten werden in der Eingangs gedachten Schrift mitgetheilt. Sie gingen aus von den Herren Näf und Hilfiken, Thierärzte zu Aarburg; Professor Dr. Zangger in Zürich; John Gamgee, Principal of the Albert Veterinary College of London; H. Bouley, Inspecteur general des Ecoles Imperial Veterinaires de France; A. Chauveau, Professeur ä l’Ecole Imp er Veterinaire de Lyon; A. Thiernesse, professeur d’Anatomie ä l’ecole de medecine veterinaire de l’Etat ä Careghem chez Bruxelles; G. Batt. Ercolani, Prof, nella universetä di Bologna; Prof. Dr. Gerlach in Hannover (vergl. Märzheft dieses Jahrg.); Medicinalrath Professor Dr. Haubner und Professor Dr. Leisering in Dresden; Professor Dr. Gurst, Geh. Medicinalrath und Director der K. Thierarzneischule in Berlin; Prof. Dr. Virchow in Berlin, Dr. Fürstenberg, K. Departementsarzt und ordentlicher Lehrer an der K. Akademie zu Eldena; Prof. Probstmayr, K. Bayr. Regiments-Veterinärarzt in München; Adam, Polizeithierarzt in Augsburg; Prof. Fuchs, Medicinalrath