Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 12 · p. Seite 473

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 12
Article
[Rezension]
Date
1867-01-01
Page
Seite 473 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829346-2829359-2863286--10991-2863334
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Recensionen und Anzeigen. 473 Die rituale Sehlachtfrage, oder: Ist Schächten Thierquälerei? Auf Grund der eingeholten und mitabgedruckten Gutachten beantwortet und beleuchtet von Dr. M. Kayserling, Rabbiner der Schweiz. Israeliten. IV und S. 95. Aarau 1867. H. R. Sauerländer. Ist das Schlachten der Thiere nach jüdischem Ritus wirklich Thierquälerei? Von Dr. Hermann Engelbert, Rabbiner in St. Gallen. S. 16. St. Gallen 1867. Zollikofer’sche Offizin. Unsere Zeit, so reich an Humanitätszwecken, hat sich auch dem Schutz der Thiere zugewendet und es bilden sich allenthalben Vereine, um der Thierquälerei entgegenzutreten. Es ist befremdend genug, dass erst so viele Jahrhunderte darüber hingehen mussten und cs der modernen Sentimentalität vorbehalten war, die Abwehr gegen den Thieren unnützer Weise verursachte Leiden ins Leben zu rufen, während schon das alte mosaische Gesetz vor Jahrtausenden Vorschriften zum Schutze der Thiere, wie ״Du sollst Mutter und Junges nicht an einem Tage schlachten“, ״Wenn du begegnest einem Vogelneste, sollst du nicht die Mutter mit den Jungen nehmen“ u. a. in. erliess. Aber diese neuerwachte Sorgfalt gegen Thierquälerei gehet über das mosaische Gesetz hinaus: sie schützt Thiere und benützt diesen Zweck, um Menschen zu quälen. Wir schweigen von den vorigen Decennien, wo Vereine zum Schutz der Thiere an allen Enden hervorwuchsen und dem Juden in manchen deutsehen Staaten die Mittel zu seiner Existenz entzogen wurden; hier gingen nur Thierschutz und Menschenquälerei neben einander. Verweilen wir bei dem noch mehr befremdenden Anblick: Thierschutz, ein Vorwand zur Menschenquälerei. Als im Jahre 1855 der Jude Salomons zum Lordinayor von London erwählt wurde, trat auf Anregung von Manchen, die dem jüdischen Lordmayor Verlegenheit bereiten wollten, die ״Königliche Ge- Seilschaft zur Verhütung der Thierquälerei“ mit der Klage auf, die Art des Schlachtens (Schächtens) bei den Juden sei von vielen Qualen des Thieres begleitet. Die Schweiz sprach vor einiger Zeit die Gleichstellung der Juden aus. Wie bekannt, hat diese freie Republik sich nur auf äussere Veranlassung zu diesem Schritte entschlossen: die auf ihre Freiheit stolze Schweiz 36

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.