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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 12 · p. Seite 469

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 12
Article
[Rezension] / u.
Date
1867-01-01
Page
Seite 469 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Recensioncn and Anzeigen. 469 Spinoza einmal auf sieh angewendet so ansdrückt: sedulo enravi, hmnanas actiones non ridere, non lugerc, neque detestari, sed intelligere. Bis vor gar nicht langer Zeit stand es nämlich mit dem Verständnis8 für die Geschichte der Juden auf christlicher Seite sehr schlecht. Ja selbst Diejenigen, die mit aller Kraft und Knergie für die Gleichberechtigung der Juden eintraten, licssen sieh hierbei nur von allgemeinen politischen und soeia len Principien leiten, während auch sie meistentheils im Grunde ihres Herzens eine unüberwindliche Abneigung gegen Juden und Judenthum hegten. Man betrachtete die Fehler und Gebrechen der Juden, welche sich in der That noch nach inaneher Seite hin zeigten, als Eigentümlichkeiten des jüdischen Naturells, als unvert-ilgbare Charakterzüge der jüdischen Race, und nicht als Resultat einer eigentümlichen, geschichtlichen Entwickelung. Derartige geradezu verkehrte und jedes historisehen Anhaltspunktes entbehrende Auffassungen sind eben nur dann möglich, wenn man es unter seiner Würde hält, einen, wenn auch nur oberflächlichen Blick in die Geschichte eines Volkes zu werfen, das mit Anklagen und Verläumdungen zu überschütten man so leicht hei der Hand ist. Es ist eben viel leichter, zu verurteilen und über ein ganzes Volk den Stab zu brechen, als sich ernstlich der Mühe zu unterziehen, durch die Kenntuiss der Geschichte dieses Volkes auch ein richtiges Verständniss für seinen gegenwärtigen Zustand zu erlangen. Wir verlangen nicht, dass man unsere Gebrechen überall verdecke und verheimliche, wir können es aber auch nicht dulden, dass man sie uns in fanatischer Weise als Erbsünden, von denen wir uns unmöglich befreien könnten, zuschreibe. Wir verlangen, dass man sich anstatt auf das ,,ridere" und ״detestari" vielmehr auf das ״intelligere" lege, dass man, ehe man sieh über uns ein Uriheil erlaubt, auch durch die Kenntniss unserer Geschichte sich dazu fähig gemacht habe. Mit wahrer Befriedigung haben wir daher in dem vorliegenden Werke eine gerechte und auf gründlicher historischer Forscliung beruhende Beurteilung des jüdischen Volksstammes wahrgenoiinnerj. Wir machen in dieser Beziehung besonders auf die Darstellung S. 30 — 31 aufmerksam, die zwar ihrem wesentlichen Inhalt nach nur das reproducirt, was schon Stobbe S. 104 auseinandergesetzt hat, aber dennoch durch die Aus-

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