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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 11 · p. Seite 413

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 11
Article
Authentische Actenstücke über die gegenwärtige Lage der Juden in Serbien
Date
1867-01-01
Page
Seite 413 (sequence 13)
Language
German
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der Juden in Serbien. 413 die Ortsbehörden von dem. Verschwinden in Kenntniss gesetzt, dieselben verschoben ihre Nachforschungen nur bis auf den folgenden Tag. Am 17. desselben Monats erhalten wir die telegraphisehe Nachricht,, dass Alcalay todt im Hofe der Synagoge gefunden worden sei, also an derselben Stelle, wo man ihn Tags zuvor gesucht hatte. Der Präfect begab sich in Begleitung eines Arztes dorthin. Die Besichtigung ergab. dass Alcalay erdrosselt worden war, und dass man ihm nach seinem Tode Schwefelsäure in den Mund gegossen hatte, um die Annahme eines Selbstmordes wahrseheinlich zu machen. Dies wurde bestätigt durch das Fehlen des Giftes im Magen wie durch die Anschwellung der Zunge und des Mundes, wo man eine grosse Quantität Gift vorfand. Ausserdem fand man Alcalay vollständig angekleidet, mit seiner goldenen Uhr in der Tasche, mit dem Ringe an dem Finger und mit ganz trockenen Kleidern, obwohl es den ganzen Tag geregnet hatte. Als wir diese Nachrichten erfahren hatten, baten wir die zuständigen Behörden um die Erlaubniss, den Leichnam Alcalay’s nach Belgrad schaffen zu dürfen, was uns auch ohne Schwierigkeit gestattet wurde. Als die Leiche in Belgrad angelangt war, erhielten wir den Befehl, sie sofort zu begraben, und erst nach drei Tagen und auf die ausdrücklichen Befehle des Fürsten gestattete inan uns, sie einer Untersuchung durch drei Aerzte, von denen wir zwei auswählen durften, zu unterziehen. Diese Untersuchung bestätigte in allen Stücken die Ansicht des Arztes von Ohalatz: die Erdrosselung und die nachherige Einführung von Gift in den Mund Nach angestellter Untersuchung wurde uns die Leiche von der Polizei zurückgegeben; aber der Magen und die Zunge des unglücklichen Opfers wurden von ihr zurückbehalten und befinden sich noch auf dem Bureau der Präfectur. 2. Salomon Albinon. — Ein armer Israelit aus Bosnien, Vater von sieben Kindern, begab sich nach Belgrad, um bei seinen Glaubensgenossen Unterstützung

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