Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Authentische Actenstücke über die gegenwärtige Lage der Juden in Serbien
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 414 (sequence 14)
- Language
- German
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414 Authentische Actenstücke über d. gegenwärtige Lage nachzusuchen. Am 23. Januar in Ohalatz angelangt, erhielt er von den Juden dieser Stadt, die ihm gern be״ hältlich sein wollten, einen Wagen zu seiner Verfügung, der ihn nach Belgrad bringen sollte. In der Mitte des Weges wurde Albinon gezwungen, in einer Herberge zu übernachten. Der Kutscher blieb im Hofe. Im Schlafe wurde Albinon von dem Herbergswirth und seinen zwei Söhnen ergriffen und in einen Keller gesperrt. Nach drei martervollen Tagen wurde er mit dem Beile getödtet. Die Mörder nahmen darauf seinen Körper und warfen ihn in die Save, die an der Herberge vorbeifliesst. Auf unser Verlangen wurde der Kutscher, der den unglücklichen Albinon gefahren hatte, gefänglich eingezogen, aber das geschah erst lange nach der Verhaftung der Mörder, die sich öffentlich der Ermordung eines Juden gerühmt hatten. Was den Mörder Jacob Alcalay’s betrifft, so ist derselbe noch unbekannt*, ebensowenig kennen wir die Maassregeln, welche die Behörden zur Entdeckung des Thäters ergriffen haben. Der Präsident des Comitd der ״Alliance isradlite“ zu Belgrad, Der Secretair gez. David B. Russo, gez. A. M. Koen. Anlage 3 zu Nr. 9. Herr Pitzio an Herrn Bluet. Belgrad, den 24. März 1865, Geehrter Herr! Ihren Aufträgen entsprechend habe ich mich zu Herrn Garaschanin begeben, um ihn zu bitten, Ihnen ln formationen über den Tod der beiden Juden, Alcalay und Albinon zukommen zu lassen. Herr Garaschanin sagte mir, die Behörden hätten Beweise erhalten, welche darthun, dass Alcalay, der 8erbischer Unterthan war, sich selbst den Tod gegeben habe. Was Albinon betrifft, der, wie Herr Garaschanin sagt, türkischer Unterthan war, so hat die Polizei einen Herbergswirth verhaftet, der bereits eingestanden hat, den