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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 11 · p. Seite 412

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 11
Article
Authentische Actenstücke über die gegenwärtige Lage der Juden in Serbien
Date
1867-01-01
Page
Seite 412 (sequence 12)
Language
German
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412 Authentische Actenstücke über d. gegenwärtige Lage Aufschlüsse über den im Januar dieses Jahres im District von Chalatz verübten Meuchelmord, wie ich Ihnen bereits in meiner Depesche vom 21. Januar mitgetheilt habe. Was Jacob Alcalay betrifft, so erklären die serbischen Behörden, dass sein Tod das Resultat eines Selbstmordes sei, seine Verwandten und Freunde versichern, er sei ermordet worden. Die Beweise, welche sie hierfür vorbringen, geben ihrer Behauptung ein grosses Gewicht. Die Juden Belgrads haben dieselben der Aufmerksamkeit der serbischen Regierung dringend empfohlen. Was den unglücklichen Albinon betrifft, so herrscht über seine Ermordung nicht der geringste Zweifel. Das Empörendste bei diesem Verbrechen ist, dass der Mörder, ein Serbe, sich seiner Kinder als Complicen bedient und sich nach der That gerühmt hat, einen Juden ermordet zu haben. Die Serben treiben mit dem menschlichen Leben Spiel, ein Mord ist Nichts in ihren Augen. Die serbischen Juden sind im höchsten Grade beimruhigt und begreifen, dass sie in Serbien nicht sicher leben können, so lange sie nicht gleiche Rechte mit ihren Mitbürgern besitzen. Genehmigen Sie etc. gez. J. E. Bluet. Anlage 2 zu Nr. 9. Bericht des Comite der ״Alliance israelite“ zu Belgrad über die gegen die serbischen Juden ausgebrochenen Verfolgungen. 1. Jacob Alcalay. — Am 16. Januar 1865 ging der zu Chalatz etablirte Kaufmann Jacob Alcalay um 4 Uhr Morgens aus seinem Hause, um seinen Vater zu besuchen, der im Hofe der Synagoge wohnte. Da er nicht zurückkam, suchte seine Familie ihn auf, allein da sie ihn nicht finden konnte, schickte sie an seine Verwandten in Belgrad eine Depesche, um sie von seinem Verschwinden zu benachrichtigen. — Auf die von uns gestellte Frage, ob er in der Nacht geschlafen und Abends zuvor gegessen habe, erhielten wir eine bejahende Antwort. Am Nachmittage desselben Tages wurden auch

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