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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 10 · p. Seite 394

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 10
Article
[Rezension] / R.
Date
1867-01-01
Page
Seite 394 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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394 Recensionen und Anzeigen. spruch nehmen würde, wollten wir auch nur im Auszuge den Inhalt dieser Schrift wiedergehen, so müssen wir uns darauf "beschränken, einzelne Punkte herauszuheben. Interessant und einleuchtend ist die Hypothese des Verfassers über die Gründüng der jüdischen Colonie in Köln. Die jüdische Gemeinde in Köln ist nämlich die einzige in Deutschland, über deren Existenz wir schon aus frühen Zeiten urkundliche Mittheilungen besitzen. Während wir über das Vorhandensein von Juden in Mainz erst zum Schluss des achten Jahrhunderts authentische Nachrichten besitzen, während über die Gemeinden von Magdebürg und Merseburg erst aus dem Zeitalter der ersten Ottonen urkundliche Mittheilungen vorliegen, und über die grossen Gemeinden in Speier, Worms, Nürnberg erst um die Zeit des ersten Kreuzzuges die Nachrichten reichlicher fliessen, belehrt uns eine lex des theodosianischen Codex, welche die Vorsteher der Kölner Juden von' dem lästigen und kostspieligen Ehrenamt des Decurionat befreite, dass schon im vierten Jahrhundert Juden in Köln gewohnt haben. Herr Weyden jedoch geht noch weiter und nimmt an, die Kölner Judenheit sei so alt als die Stadt Köln selbst. Und nicht ohne Grund. Denn da es feststeht, dass die Juden als Armeelieferanten die grossen römischen Heere überallhin begleiteten, und da Cäsar den Juden ganz besonders wohlwollte, so ist es sehr wahrscheinlich, dass sie in den letzten fünfzig Jahren v. Chr. Geburt in grosser Anzahl in Gallien vorbanden waren und dass sie, als Agrippa das oppidum Ubiorum gründete, in die neue Stadt, den Mittelpunkt des römischen Heerlagers, einzogen. Jedenfalls ist Köln die älteste Niederlassung der Juden in Deutschland. Weitere Nachrichten über dieselbe liegen aus dem ersten Jahrtausend n. Chr. nicht vor. Ob daher in Köln auch während der Völkerwanderung und unter den fränkischen Königen die Judengemeinde fortbestanden hat, kann urkundlich nicht festgestellt werden. Von ausgezeichneten Forschern ist es ange zw eifeit worden, ob sie sich auch in den Stürmen der Völkerwanderung behauptet hat. Herr Weyden vertheidigt die Ansicht, dass seit der Gründung bis zum Aufheben der jüdischen Ansiedlung im Jahre 1424 mit geringen historisch-nachweisbaren Unterbrechungen Juden in Köln gewohnt haben. Und in der That, da die vom Osten in’s römische Reich einstürmenden Horden zwischen Juden und Römern keinen Un-

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