Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Beiträge zur Geographie des Talmud
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 382 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2829132-2829346-2829357-2863152--10866-2863194- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
382 Beiträge zur Geographie des Talmud. Der Nahar-Malca begann südlich von Nehardea, unmittelbar an dieser Stadt, durchschnitt wie bemerkt ganz Babylonien in süd-süd-östlicher Richtung und mündete in den Tigris bei Apamia (אסכלייא עיליחא)• Nehardea und Apamia waren gleichsam die Antipoden des Landes. Nehardea im äussersten Nordwest Babylonien’s am östlichen Ufer des Euphrat, Apamia im aussersten Südost am westlichen Ufer des Tigris, beide verbunden durch den Nahar-Malca. Gehen wir etwas näher auf diese beiden Städte ein. Dass der Nahar-Malca nahe bei Nehardea war, gehet aus vielen Stellen des Talmud hervor. So heisst es Schabbat 108a ״ שמואל וקרנא הוי יתבי אגורא רנהר מלכאSamuel und Kama sassen am Ufer des Königsflusses“; da aber Samuel in Nehardea lebte (Gittin 81 a 80 (גהררעי אתרא דשמואל ך,ןר muss bei dieser Stadt Euphrat und Nahar-Malca zu finden sein, d. h. der Nahar-Malca muss hier vom Euphrat ausgegangen sein. Kidduschin 70a berichtet, dass mehrere Männer einen Gelehrten in Nehardea wegen einer angeblichen Beleidigung mit Steinen verfolgten; sie besannen sich jedoch bald eines Besseren und warfen die Steine in den Nahar-Malca: איטמא בנחר Dpi מלכא bemerkt der Talm. ״und es entstand eine Hemmung im Nahar-Malca“* * 7). Hier finden wir Nehardea und den Nahar- Malca in unmittelbarer Nähe und, da ein Kanal mit seinem Ausgangs-Fluss nur Einen gemeinsamen Ort haben kann, so muss der Nahar-Malca hier vom Euphrat ausgegangen sein. Die ganze Wasserstrasse von Nehardea bis Apamia war mit Schleusen versehen, theils um das Wasser zu stauen, wenn es für die Aecker nöthig war, um alsdann einen Ue her tritt zu erzwingen, theils um ein genügendes Gefall für die Schifffahrt zu Talm. die Zeit der Abwesenheit des Seleucus I., in der er sich bei Ptolemaeus als Elüchtling befand, nicht rechnet. 7) Das heisst wohl das Schleusenthor, das vom Euphrat in den Nahar-Malca führte, besonders aber die unteren kleinen Thüren am Schleusen Thore, konnten erst aufgezogen werden, nachdem man diese Steine forträumte. — Das Ausführliche dieses Herganges ist daselbst zu vergleichen.