Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Beiträge zur Geographie des Talmud
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 381 (sequence 7)
- Language
- German
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Beiträge zur Geographie des Talmud. 381 identisch ist. Er entspringt an der Grenze von Medien, durchfliesst die ganze Ostseite von Assyrien und mündet zwei Meilen nördlich vom ehemaligen Ktesiphon in den Tigris; heute zwischen Bagdad und Modain und trennt so das türkische von dem persischen Reiche. Ptolem. nennt ihn Gorgos ״den Wilden“. Der Tigris war mit dem Euphrat durch viele Kanäle verbunden, die aber hauptsächlich agriculturische Bestimmung hatten, ähnlich denen in Egypten, die vom Nil ausliefen. Ein Kanal hingegen hatte einen bedeutenden merkantilischen Zweck. Er vermittelte nicht nur den ganzen Binnenhandel, sondern überführte auch die überseeischen Imports nach allen Richtungen des Landes, indem er, durch den Tigris mit der See verbunden, in diagonaler Richtung ganz Babylonien von Norden nach Siiden in stetig östlichem Laufe durchschuitt. Dieser Kanal ist der fluvius regius, der Königsfluss, oder der im Talmud häufig erwähnte נהר מלכא• Er hat zwar ein hohes Alter und ist auch wohl derselbe, den Ilerodot, aber in dunklen und ungenauen Zügen, I, 193 erwähnt. Allein Seleucus Nicator hat unbedingt das Verdienst, ihn zu dem gemacht zu haben, was er nachher war. Er verbesserte diesen Kanal, mit Aufbietung aller hydrotechnischen Mittel, in denen die Babylonier, sowie die Egypter weit vorgeschritten waren, machte ihn fähig, grosse Handelsschiffe zu tragen und gab ihm diesen Namen. Er nannte ihn nicht ohne Absicht ״Königsstrom“, um den Einwohnern nicht nur sein Verdienst um das Land, sondern auch die Geltung seines Ranges zur Anschauung zu bringen. Denn er war der erste der Diadochen, der offen mit dem Plane hervortrat, nicht nur der Satrap der Manen Alexanders, sondern König seines eigenen Geblütes zu sein 6). 6) Seleucus I. Nicator 320—281 vor. Seine Flucht vor Aritigonus 316, seine Rückkehr nach Babylon 312, von da ab aera Seleucidarum, die, merkwürdiger Weise, die Juden am längsten beibehielten. Den Zeitraum von 320—312 meint auch der Talm. Aboda Sara 10a שש שנים מלכו בעילם ואח״ב פשטו מלכותם בכל העולם כולו. indess beträgt die Zeit, nach genauerer Berechnung, von der babylonischen Satrapie bis zum Beginn der Universalmonarchie nicht sechs, sondern acht Jahre. Man müsste zur Rechtfertigung und Ausgleichung annehmen, dass der