Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Beiträge zur Geographie des Talmud
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 380 (sequence 6)
- Language
- German
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380 Beiträge zur Geographie des Talmud. beträgt 12 geographische Meilen. Die Griechen (Ptolem. VI., Cap. I.) nennen den ersten Lycus und den kleinen Zab Caprus. Die Etymologie besagt ״Goldfluss“ zusammenhängend mit dem tiebr. לזהב chald. לרהב und nach dieser Etymologie führen heute noch die Flüsse ihren Namen, nämlich Ulu-Su und Altun-Su. Allein dem Talmud, und den Spätem nach ihm, wurde der Name des Flusses durch das Medium der Gräcisirung5) bekannt und sie fanden darin nicht mehr den Sahab-Fluss (Goldfluss, Chrysorrlioes), sondern den Sabbat-Fluss. Der Zabalus oder der grosse Zab ist der [סבטן oder בטיק□ (auch סמבטיון oder סנבטיון genannt; letzteres vielleicht verschrieben für לסמבטיון denn so sollen ihn noch jetzt, nach Forbiger, die Einwohner nennen), der im Talmud und besonders von den Spätem soviel genannt und legendisch angewandt wird. Der Kern der Er zählung stammt aus Josephus (B. J. VII. 24). Er berichtet daselbst: zwischen dem Kastell des Agrippa und Raphanea befindet sich ein Flüsschen, das sechs Tage abnimmt und ebensoviel zu, wesshalb man es (bildlich natürlich) den Sabbatfluss nennt. Wahrscheinlich ist Synhedrin 65, 6 wirklich auch dieses syrische Flüsschen gemeint; erst die Spätem, wohl durch den Namen verleitet und von einer solchen Kunde schon unterrichtet, übertrugen diese Naturerscheinung, die an und für sich gar nichts Gehernatürliches noch Unnatürliches hat, auf den Zabatus des Tigris und erklärten hierdurch, weshalb den zehn Stämmen der Rückweg aus Assyrien abgesperrt sei. Der zweite uns interessirende Nebenfluss des Tigris ist der südlichste vor seiner Vereinigung mit dem Euphrat. Der Talmud hält ihn für den לנהר (1 ק indem er (Jebamoth 16b, Kidd. 72a) erklärt זהר מק [ל גינןק der Nahar-Gosan sei derselbe wie der Ginzek. Wir können im Ginzek nur den Gyn de 8 des Ilerodot (Herodot I, 189; V, 52) wiederfinden. Die meisten Geographen, sowie die Erklärer Herodots stimmen darin überein, dass dieser Fluss mit dem Sillas oder auch Delas (heute Diala) 5) Wäre den Griechen die Bedeutung bekannt gewesen und nicht blos der Klang des Namens, so hätten sie ihn nicht Zabatus, sondern XQVGOQQüris genannt.