Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 354 (sequence 7)
- Language
- German
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354 Recensionen und Anzeigen. Volkssprache, in’s Aramäische übertragen, doch nichts aus den Ketubim. Durch diese Erklärung des □אין תרגל□ בכתובי wäre nun jeder Widerspruch beseitigt. Unser Verfasser macht einige in Rasch! befindliche Citate aus den Targumim gegen eine Behauptung Zunz’s geltend. Dasselbe thut nun wieder Chajes, der alle in unserem Werkeben aneinandergereihten Raschi- und Midraschstellen mit eigener grosser Mühe gefunden und sich darum auch mit Recht etwas darauf zu Gute thut, indem er sie mit den Worten: ראה זה דבר חדש, ומצאתי אני, ויותר תמוה מצאתי einleitet. Wir müssen darum unser lebhaftes Bedauern ausdrücken, dass der Verfasser in dieser ganzen Einleitung auch nicht ein einziges Mal Chajes erwähnt, und wir enthalten uns jeder weiteren Bemerkung. Das Hauptverdienst unseres Verfassers besteht freilich, wie bereits gesagt, in der Edition des 1arg um 8 und in der Angabe der verschiedenen Lesarten. Nur hätten wir auch eine kritische Beurtheiiung der vom hebräischen Original abweichenden Stellen gewünscht, und eben so vermissen wir die Angabe der Glosseme, die sich im edirten Targum öfter finden, von denen gerade die Becltsche Ausgabe reiner ist. Vgl. 2, 35 ושחרר יתיה, das. v. 55. 5, 20. 10, 6. Was den Verfasser dieses Targums hetrifft, so glauben wir (ohne der etwaigen vom Verfasser uns versprochenen genauem Forschung vorgreifen zu wollen), denselben mit dem Jonathan b. Usiel identificiren zu müssen. Art und Form des vorliegenden Targums rathen zu dieser Identificirung, denn auch er nimmt, wie Jonathan b. Usiel, nur bei zwingenden Gründen zur Paraphrase Zuflucht, und nur, wo eine treue Wiedergabe des Textes nicht ausreicht, streut er alte Traditionen ein. Diese Traditionen zusammenzustellen, zu prüfen und ihre Quelle nachzuweisenj, wäre vielleicht erspriesslicher, als die Untersuchung der sehr getrübten Traditionen des lateinischen aus dem neunten Jahrhundert herrührenden Commentars zu den Büchern der Chronik. Und damit kommen wir zu dem zweiten, deutschen Theile des vorliegenden Werkchens. — Dass die ״Quaestiones in libros Regum et Paralipomenon" nicht aus der Feder des Hieronymus geflossen sind, hat die Kritik längst, und am nachdrücklichsten Martianay nachgewiesen. Der Verfasser reproducirt nun in der Einleitung zu diesem Theile in sachgemässer Weise die Gründe und Beweise des Letztem,