Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 352 (sequence 5)
- Language
- German
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352 Rezensionen und Anzeigen. bewandert war, denn es gibt viele Arten von Targum (man kann darum auch beim Targum von בקיאות reden); nicht aber, wie sonst erklärt wird, dass er (R. Joseph), weil er blind war, und weil man doch das schriftliche Gesetz nicht mündlich recitiren dürfe, deshalb Targum hergesagt habe (nicht deshalb), denn auf Grund des עת לעשות wäre es ihm ja gestattet (d. h. dürfte er gar wohl auch das schriftliche Gesetz hersagen), denn es gibt doch wohl kein grösseres עת לעשות (d. h. keinen gewichtigeren Grund für die ausnahmsweise gestattete Geberschreitung des Gebotes .. . דברים שבכתב אי אתה רשאי) als dieses (d. h. als die Blindheit des R. Joseph)." — Es ist über allen Zweifel erhaben, dass Tosafot die Ansicht, die für das häufige Auftreten des R. Joseph als Targumist ein religiöses, aus der Blindheit desselben hervorgehendes Motiv angibt, durchaus zurückweist und zwar durch die treffende Bemerkung, dass er dann nicht zu dem Targum hätte Zuflucht zu nehmen brauchen, sondern er hätte, gestützt auf das עת לעשות, auch das schriftliche Gesetz hersagen können. Und so sagt denn auch der מגן אברהם zum Orach chajim 49: איתא בתו' מס' ב״ק סומא מותר לקרות (תורה) בע״פ משום עת לעשות לה' הפרו תורתך. Ja in 'פסקי תוספ heisst es ausdrücklich: סגי נהור יכול לומר בע"פ פסוקי תורה משום עת לעשות. Also das gerade Gegentheil von dem, was Meor Enajim und Chajes aus jener Tosafotstelle deduciren. Es ist klar, dass die moralische Urheberschaft dieser falschen Auffassung auf Beiten des Ersteren ist, der mit seinem, nur nach kritischem Material haschenden Blick blos den plausiblen Grund von סגי נהור herausgesehen und die Eingangsworte und die Widerlegung übersehen hat. Chajes hat es ihm nun wohl auf Treue und Glauben nachgeschrieben, und unser Verfasser, der die Stelle nachgeschlagen, weiss sich das ולא כרפי' בעלמא nicht zu erklären und sieht sich zu einer freilich wieder Unverstandliehen Emendation genöthigt. Zeigen nun aber schon bis hierher Ton und Ausdruck unseres Verfassers auf eine lebhafte Reminiscenz aus den oben angeführten Schriften von Chajes hin, so wird im Folgenden diese Reminiscenz allzu lebhaft und in Folge dessen allzu bedenklicli. — In Megil. 21b verwirft Raschi die Lesart von 'במגילה והלל עשרה מתתטין weil אין תרגום לכתובים• Tosafot hält