Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Beiträge zur Geographie des Talmud
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 340 (sequence 11)
- Language
- German
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340 Beiträge zur Geographie des Talmud. 25 persische Meilen. Entweder man muss ein Zahlwort (also כ״ה) ausgefallen denken, oder man muss diese Bemerkung für einen saburäischen Zusatz, halten, aus einer Zeit, in der der südliche Schauplatz der eigenen Anschauung schon entrückt war. Man braucht aber selbst bei dieser Entfernung es nicht befremdend zu finden, wenn der Talmud als merkwürdig berichtet:וקא קפדי אהררי ואפילו נורא לא מושלי מהררי• Man dedenke, dass eine sehr lebhaft beschilfte und vom Merkantilismus der mannigfaltigsten Art belebte Wasserstrasse sie verband. Die Berührungen der jüdischen Kaufleute waren täglich vorbanden, und eine Trennung und Sonderung der Art, wie sie zwischen den beiden Apamia stattfand, musste tief in die Verkehrsverhältnisse einschneiden. Man beachte auch den Handelsgang; es waren die frommen nördlichen Apamener, die zu den südlichen kamen und die sich zuerst jeder Gemein- Schaft mit ihnen enthielten. Der Talmud weist darauf hin, dass nicht nur ein Verhältnis8 der Sonderung, sondern auch der Gereiztheit stattfand. Wahrscheinlich haben sich gerade diese Thatsachen als geschichtlich feststehend erhalten und voranlassten dadurch später die Ansicht, die beiden Städte lägen so nahe. Der Talmud erklärt nun alle Mesener (die in Mesene wohnenden Juden) von der nördlichsten Stadt (d. h. vom südliehen Apamia) an für unebenbürtige (פסולים)• Auch hier fehlte das Paragramma nicht ,מישו[ מיתך (Kidd. 71b) ״in Mesene ist die Ebenbürtigkeit todt." Baschi zur Stelle ממורי□ גמורים ״ כול□sie sind alle vollständig illegitim." Heberhaupt stellt daselbst der Talmud folgende Tabelle auf: בבל בריאה מישון מיתה מדי חולה עילם גוססת --In Babylonien ist die Ebenbürtigkeit gesund, in Mesene todt, in Medien krank, in Elymais (Susiana) lebensgefährlich." Es beruht gewiss alles dies auf factisehen Vorgängen und Zeitereignissen, die in ihren Details uns nicht mehr vorliegen. Im Allgemeinen aber lässt sich noch Folgendes statuiren: Nach der Zerstörung Bether’s war Palästina gebrochen, der Zug wies auf Babylonien hin, dort wurde man um so stärker. Deshalb fing man an, sich hier, in Babylonien, als das eigentliche Judenthum, als das constituirte Palästina, zu betrachten; hier wollte man verbleiben und abwarten, bis Erlösung komme. So wurden auch mehrere Decennien später die Worte in Jeremia 27, 22 allgemein aufgefasst und von