Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Beiträge zur Geographie des Talmud
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 338 (sequence 9)
- Language
- German
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338 Beiträge zur Geographie des Talmud. behalten und das ursprüngliche Gebiet von den Erwerbungen und Erweiterungen des Emirs unterscheiden dürfen. Woher kommt aber diese mesenisch - babylonische Verwirrung? Die Griechen hatten das menschliche Unglück oder Glück, überall die Muttersprache sprechen zu hören. Wenn daher ein nomen proprium irgendwie an's Griechische anklang, so fanden sie gleich eine griechische Benennung darin und erklärten sie aus der Lage des Landes, und wo es nicht ging, so war die Phantasie geschäftig, ein Geschiehtchen zur Erklärung zu finden. Man beachte z. B. ihre Erklärung von ״Rhinocorura", der nördlichsten Grenzstadt Egyptens. ״Es soll ein äthiopischer König hierher alle Uebelthäter versetzt haben, nachdem er ihnen die Nasen (§Tvag) verstümmelte (kolacocg)0).“ Gewiss gab eine Aehnlichkeit des ursprünglich egyptischen Namens dieser Stadt Veranlassung zu einer solchen verstümmelten Umnennung; also nicht die Nasen der Einwohner, sondern der Name der Stadt wurde verstümmelt, und nicht das Messer des barbarisehen Königs, sondern die unblutige Phantasie der Griechen that es. Ebenso ist es auch mit der Landschaft ״Meseneu zugegangen. Da der ursprüngliche Name an das Wort anklang, so muss es auch durchaus (nach fisGog) ein ״Mittelland" sein, d. h. von zwei oder noch mehr Flüssen ringsum umgeben sein* 7 *). Dies Herausklügeln der Lage aus der Benennung übte auch einen Druck auf die beiden genannten modernen Geographen. Aber Mesene ist schon an sich kein eigentliches nomen proprium. Wieviel Länder könnte man so nennen, weil sie zwischen Flüssen oder eingeschlossen von Flüssen liegen? ״Mesopotamien" hat auch nicht das Recht, als Eigenname zu gelten; dieser Name hat aber das für sich, dass er eine wörtliche Uebersetzung des Eigennamens ist, wenn auch nur zur Hälfte, nämlich von נוזרים. Besser daran sind wir aber bei ״Mesene" als bei ״Rhinocorura", denn wir kennen bei ersterem noch den ursprüngliehen Namen, der zu jener griechischen Umnennung geführt #) 6trab0 XVI, Cap. 2 § 31 edit. Kramer. 7) Vergl. Stephanus v. Byzanz sub v. MsGGrjvr!. 9,Egzi ncd jyoga ileQoidog MsGrivrj, 6t9 svdg G, v7to zcov övco 7tozafiaiv Evcpgazov Kal TLyqidog psGagoiisvri, 9Aolviog Kovadgazog cprj6i.