Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Beiträge zur Geographie des Talmud
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 336 (sequence 7)
- Language
- German
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336 Beiträge zur Geographie des Talmud. Talmud mannigfache Beziehung findet, so muss in Erwägung gezogen werden, ob sie hier gemeint sei. Mesene ist, wie aus den alten Geographen bekannt, eine Landschaft im Süden Babyloniens. Allein kein Geograph gibt genau an, wo sie anfängt, und wo sie endet. Hierüber rechten neuere Geographen, die die alte Geographie zu ihren Specialien machten. Nach Männert (Geographie der Griechen und Römer 5. Th., 3. B., 8. Cap.) war es die Insel, welche, im Süden vom persischen Meere begrenzt, die beiden Arme des Tigris einschloss. Er führt für sich Philostorgius als Gewährsmann an, welcher sagt: ״Ehe der Tigris das Meer erreicht, theilt er sich in zwei grosse Flüsse und geht dann mit zwei getrennten Mündüngen in die See, so dass er ein beträchtliches Stück Land zur Insel macht, welche theils der Fluss, theils das Meer umschliesst; die Bewohner heissen Mesenh“ Anderer Ansicht ist Forbiger3). Nach ihm erstreckt sich Mesene von dem Einfluss des Königscanals (Nahar-Malca, von dem wir noch sprechen werden) in den Tigris bis zur Einmündung des Euphrat in diesen Fluss. So ist Mesene nicht eine Insel im strengen Sinne (vfjcos), sondern ein Mittelland, wie der Name besage. Fragen wir nach der Ansicht des babylonischen Talmud, dem man doch gute Bekanntschaft in diesen Gegenden zutrauen darf, so weicht er von beiden ab. Kidduschin 71b lesen wir: •לתחתית בתלת ער היכא אמר ד שמואל ער אפמייא תתאה ״Wie weit erstreckt sich Babylonien unterhalb des Tigris? R. Samuel sagt: bis zu dem unten gelegenen Apamia (Nieder- Apamia)." Nun fährt der Talmud fort: תרתי אפמייא ר!ויין הרא עליתא והרא תתייתא הדא כשירה וחרא פסולה ובין חר לחרא סרסא וקא קפרי אהררי ואפילו נורא לא מושלי אהרדי וסימנך דפסולתא הא •רמישתעיא מישנית ״Zwei Apamia gibt es, ein oberes und ein unteres; die eine ist ebenbürtig, die andere unebenbürtig. Die Entfernung zwi- 3) Handbuch der alten Geographie, 2.1hl., S. 61(1 Ausser diesem systematischen Lehrbuche sind von ihm seine Artikel in Pauly’s Real- Encyclopädie zu beachten.