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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 9 · p. Seite 335

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 9
Article
Beiträge zur Geographie des Talmud
Date
1867-01-01
Page
Seite 335 (sequence 6)
Language
German
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Beiträge zur Geographie des Talmud. 335 Lehen“) Tiberias, Zippori und Gabara; überall wohnte eine gemischte Bevölkerung, bestehend in Heiden, Juden, Juden- Christen und Christen. Die Saturnalien fanden einen üppigen, pomphaften Ausdruck, sowohl bei den kaiserlichen Beamten, als bei den Heiden überhaupt. Woher nahm man die Palmen? Das Gebiet bei Tiberias (תהל□ טבליא Scliebiit 9, 2) brachte zwar auch Palmen hervor. Joseph (Bell. Jud. 3, 35) rühmt diesen District als zur Hervorbringung aller Fruchtarten fähig, derer sowohl, die des!missen Klima'8 bedürfen, wie Palmen, als derer, denen eine winterliche Temperatur zusagt, wie Nüsse u. 8. w. Allein dieser District war nicht gross (ungefähr 30 Stadien lang und 20 breit), und es nahmen die anderen Früchte, die der Talmud (Pesachim 8, 6; Berach. 44a גינלסל N1TO) mit so vielem Lob hervorhebt, von diesem kleinen Gebiet 80 vielen Baum ein, dass für die Palmen nur wenig übrig blieb; endlich ist 'fraglich, ob diese dem allgemeinen Publicum zugänglich waren. Jericho aber, die einstige עיל התמלים, war damals eine Einöde; Palmyra blühete und seine Palmen grüneten. Es ist deshalb wahrscheinlich, dass die Ilandelsspeculation der Paliriyrener die Saturnalien benutzte, um in den Städten Galiläa's und des ganzen Striches, Tiberias nicht ausgenommen, einen Handelszweig mit den Palmen zu eröffnen. Demnach waren die Tarmudai, die eigentlichen Palmyrener, die Palmen zu den Saturnalien um die Channuccatage feilboten. Fragen wir nun noch, warum Talmud und Midraschim stets die Bennung Tarmud und nicht, wie in der Schrift, Tadmor haben? So scheint, dass hier ein uns freilich nicht mehr erklärbares Paragramm zu Grunde liege. Wir finden das Paragramm häufig im Talmud, so Aboda sara 46a בית גליא קללין אלתל בית ״ כליאden Janustempel nennt man Vanustempel“ (גלי ist Thüre, janua, und בית כליא eigentlich Keller, vacuum), ferner daselbst עין כל ערן קלץ u. a. II. Wir kommen jetzt zu der zweiten geographischen Benennung, in obiger Stelle: כלישלן• Bei diesem Namen vergegenwärtigt sich wohl Jedermann die Landschaft Mesene, griech. Mea^vri, von der die alten Geographen sprechen. Da diese Landschaft auch sonst im babylonischen

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