Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Beiträge zur Geographie des Talmud
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 334 (sequence 5)
- Language
- German
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334 Beiträge zur Geographie des Talmud. Im Orient nahmen die Saturnalien mit dem Hellenismus die griechischen und unter den Kaisern die römischen Formen an, die wieder nicht viel unter einander abwichen. Allein der römisch-griechische Cultus der Saturnalien entlehnte auch von den Orientalen Vieles, unter anderen den Gebrauch der Palmen. Da Jeder zu diesem Feste Palmen haben musste, die Wenigsten solche als Eigenthum hatten, so etablirte sich in allen Städten, in denen Heiden waren, um die Zeit der Saturnalien, der Palmenhandel. Noch heute erstreckt sich in den grösseren und grossen Städten der Tannenbaumhandel, der europäische Ersatz für die morgenländische Palme, um die Weihnachtszeit bis spät in die Nacht hinein, und am letzten Abend bis gegen elf Uhr. Also meint Rabbi Joehanan, so lange der Palmenhandel dauert, und die Palmenfeilbieter noch Käufer erwarten, so lange ist noch öffentliches Lehen auf der Strasse und somit auch •פרסונלי ניסא Gehen wir nun auf den Ausdruck Tarmudai ein, so könnte hier ein Gattungsbegriff wahrzunehmen sein: Palmenhändler; also solche, die um die Channuccazeit zum Saturnfeste auf öffentlichen Plätzen Palmen feilboten. Die Etymologie würde nach ihren Gesetzen das Recht zu dieser Auffassung einräumen, würde es in zwiefacher Beziehung thun, denn Tadmor kommt immer von תכלר Palme her (s. Gesen. s. v. תדמור )> ferner hatten die Palmyrener im Besondern an Palmen Ueberfluss. Allein der Blick auf die Zeitgeschichte kann auch zur Annahme bcrechtigen, dass hier die eigentlichen Palmyrener gemeint seien, die ihre Naturalien, nämlich ihre Palmen, in Galiläa zu den Saturnalien feilboten. Es ist Rabbi Joehanan, der dies sagt, und R. Joehanan, der in Tiberias zwischen 250 und 300 lebte und lehrte, sah von Palmyra den höchsten Glanz und auch den Untergang. (Vergl. Echa rabba: אשרי מי שראה סצפלתה של תרמוד• Er denkt hier wohl an sich und an seine Zeitgenossen; ein kleiner Trost in der langen Nacht der Leiden und der Zer- Störung, zu der doch auch Palmyra reichlich beigetragen!) Versetzen wir uns nun noch für unsern Zweck, um die ״Tarmudai“ als die historischen Palmyrener zu finden, um einige Jahrzehnt vor den Untergang Paknyra’s zurück. In Galiläa gab es mehrere grössere Städte, wie Uocha, Magdala, Hippon etc.; die drei grössten waren (nach Josephus in ״seinem